Der FC 08 Homburg lädt zum offiziellen Kick-off in die neue Saison ein. Rund ums Waldstadion soll es ein Tag für Fans, Mitglieder, Partner und Freunde des Vereins werden – mit Bühnenprogramm, Trainingsauftakt, Mannschaftspräsentation und einem besonderen Blick zurück auf einen der größten Momente der Vereinsgeschichte. Doch der Start in die Vorbereitung steht unter besonderen Vorzeichen. Auf eine Hitzewelle mit Spitzenwerten, die an der 40-Grad-Marke kratzen, folgt ausgerechnet zum Sonntag eine spürbare Abkühlung mit Schauerrisiko. Und sportlich stellt sich wenige Tage vor dem ersten Training eine durchaus berechtigte Frage: Mit welcher Mannschaft geht der FCH eigentlich in diese Saison?

Die vergangenen Tage haben der Region einiges abverlangt. Bei Temperaturen von 37 bis 38 Grad wurden bereits mehrere Veranstaltungen abgesagt, darunter das Stadtfest in Neunkirchen und das SR Ferien Open Air. Für den Kick-off selbst entspannt sich die Lage bei den Temperaturen zwar spürbar: Statt der zuvor befürchteten Hitzespitzen werden nach aktuellem Stand Höchstwerte zwischen rund 28 und 32 Grad erwartet. Dafür kündigt sich zum Nachmittag und Abend ein Wetterumschwung mit Regenschauern, möglichen Gewittern und böigem Wind an.

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Sportlich ist die Lage nicht weniger interessant. Beim Blick auf den aktuellen Kader drängt sich beim FCH eine sarkastische Frage auf, die im Umfeld längst kursiert: Trainingsauftakt in die Saison – aber mit welcher Mannschaft? Nach den zahlreichen Abgangsmeldungen zum Saisonende ist es auf der Zugangsseite bislang auffallend ruhig geblieben. Mit Jonas Weyand und Aaron Manu wurden erst zwei Neuzugänge vorgestellt, dem stehen aktuell offiziell neun Abgänge gegenüber. Für einen Verein mit den Ansprüchen des FC 08 Homburg ist das wenige Tage vor dem Trainingsauftakt zumindest bemerkenswert.

Ein Blick auf die Regionalliga Südwest zeigt zudem, dass sich diese Zurückhaltung nicht allein mit einem allgemein stockenden Transfermarkt erklären lässt. Natürlich laufen viele Gespräche in dieser Phase zäh. Spieler warten ab, Berater sondieren Möglichkeiten, finanzielle Vorstellungen von Vereinen und Spielern liegen nicht selten auseinander. Trotzdem haben andere Clubs der Liga bereits deutlich mehr Bewegung im Kader. Nach aktuellem Vergleich liegt der FCH bei den Neuzugängen am Tabellenende der Transferaktivitäten. Bei neun Abgängen und erst zwei Zugängen entsteht der Eindruck, dass der Verein drei Tage vor dem Trainingsauftakt auf der Zugangsseite zeitlich unter Druck geraten ist.

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Hinzu kommt eine Personalie, die die Lage zusätzlich verschärfen könnte. Mittelfeldmotor Miguel Gonçalves wird aktuell mit Fortuna Düsseldorf in Verbindung gebracht, das Fanportal „F95Inside“ meldet den Deal bereits als abgeschlossen. Für den FCH wäre ein Abschied ein empfindlicher Verlust, sportlich aber wäre ein höherklassiger Schritt für Gonçalves nachvollziehbar – er hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass er mit seiner Technik, seiner Übersicht und seiner Spielintelligenz das Potenzial für größere Aufgaben mitbringt.

Der offizielle Kaderstand bildet die sportliche Realität damit nur bedingt ab. Im aktuellen Aufgebot stehen weiterhin zwei, drei Spieler, die in der vergangenen Saison kaum eine Rolle gespielt haben und denen bei einem passenden Wechsel wohl keine Steine in den Weg gelegt würden. Sollte sich darüber hinaus bei weiteren Leistungsträgern noch etwas bewegen, müsste Homburg kurzfristig reagieren. Dadurch wirkt der Kader auf dem Papier größer, als er sportlich tatsächlich ist. Wenige Tage vor dem Trainingsauftakt kommt Homburg personell gerade so auf eine komplette Mannschaft.

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Bei den Abgängen hat der FCH offenkundig Konsequenzen gezogen. Viele Entscheidungen waren nachvollziehbar, wurden frühzeitig kommuniziert und passen zur notwendigen Neuordnung nach einer Saison, in der Anspruch und Wirklichkeit zu oft auseinanderlagen. Auf der Zugangsseite fehlen nun aber die Antworten. Gerade weil der Verein bei den Abgängen klare Entscheidungen getroffen hat, wächst der Druck, den Kader nun auch mit der nötigen Qualität und Breite zu ergänzen.

Deshalb bekommt der Kick-off neben dem eigentlichen Veranstaltungscharakter auch eine sportliche Schärfe. Eigentlich soll der Tag Vorfreude auf die neue Saison machen, die Mannschaft präsentieren und den Trainingsauftakt einrahmen. In diesem Jahr wird aber auch sichtbar werden, wie viel Arbeit beim FCH noch vor dem Start der Vorbereitung liegt. Die Fans werden nicht nur auf das Bühnenprogramm schauen, sondern auch auf den Rasen: Wer ist schon da? Wer fehlt noch? Und wie schnell liefert der Verein weitere Antworten auf dem Transfermarkt?

Neben der sportlichen Gegenwart steht am Sonntag auch die Geschichte im Mittelpunkt. Der FCH erinnert an 40 Jahre Meisterschaft in der 2. Bundesliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Bundesliga. Ehemalige Spieler der damaligen Aufstiegsmannschaft sollen vor Ort sein, auf der Bühne zurückblicken und mit den Fans ins Gespräch kommen. Für viele Anhänger ist diese Saison 1985/86 bis heute ein zentraler Teil der Vereinsidentität.

Das Programm beginnt rund ums Waldstadion bereits um 10.30 Uhr. Geplant sind Musik mit Harald Keller, gemütliches Beisammensein, Fassanstich mit der Karlsberg Brauerei, Bühnenprogramm, Interviews, Talkrunden und die Präsentation des neuen Heimtrikots. Um 14 Uhr beginnt der Trainingsauftakt der Profimannschaft. Im Anschluss sollen Mannschaft und Neuzugänge auf der Bühne vorgestellt werden, bevor die Autogrammstunde auf der Haupttribüne folgt. Das Ganze wird von einem bunten Mitmachprogramm für Groß und Klein und kulinarischen Ständen eingerahmt. Der Eintritt ist frei.

Der Tag soll also vieles sein: Saisoneröffnung, Vereinsfest, Erinnerung an eine große Vergangenheit und Startpunkt für die neue Spielzeit. Sportlich bleibt die zentrale Frage deutlich unbequemer: Wie viele neue Gesichter stehen am Sonntag tatsächlich auf dem Rasen des Waldstadions – und wie schnell gelingt es dem FCH, aus einem derzeit noch dünnen Kader eine Mannschaft zu formen, die den eigenen Ansprüchen gerecht werden kann?

Der erste Auftritt der neuen Saison wird also mehr als ein lockerer Trainingsauftakt. Er wird ein Stimmungscheck. Für die Fans, für den Verein und für eine Mannschaft, die in großen Teilen noch gesucht wird.

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