Tim Steinmetz Foto: FC 08 Homburg
Anzeige

Drei Siege am Stück, ein Sprung vom achten auf den dritten Tabellenplatz und jetzt das nächste Kräftemessen auf Augenhöhe: Der FC Homburg reist am Freitagabend um 19 Uhr zum punktgleichen FSV Frankfurt an den Bornheimer Hang. Beide Teams stehen bei 48 Zählern in der Regionalliga Südwest, und für die Grün-Weißen geht es darum, den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen in einem weiteren Topspiel zu bestätigen. Dass die Mannschaft dafür bereit ist, daran lässt Außenverteidiger Tim Steinmetz keinen Zweifel: „Es macht so richtig Spaß und wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir gegen jede Spitzenmannschaft gewinnen können.“

Der 26-Jährige, seit Juli 2022 im Trikot des FCH, verweist auf die jüngsten Ergebnisse als Beleg für das gewachsene Selbstvertrauen. Sowohl beim Tabellenzweiten SG Sonnenhof Großaspach als auch im Heimspiel gegen Spitzenreiter SVG Freiberg gewann Homburg jeweils mit 2:1. Steinmetz formuliert das Saisonziel klar: „Wir wollen so gut wie möglich am Ende dieser Saison in der Tabelle stehen, also alles dransetzen, um Platz drei zu halten.“ Weiter nach oben zu schielen, verbietet sich angesichts von zehn Punkten Rückstand auf das Führungsduo Großaspach und Freiberg bei noch sechs ausstehenden Partien. Für Frankfurt gibt der Linksverteidiger dennoch eine unmissverständliche Marschrichtung vor: „Wir fahren dorthin, um auch hier zu gewinnen.“

Anzeige

Dass der FC Homburg nach der Winterpause eine derart starke Entwicklung genommen hat, führen Trainer Roland Seitz und Sportvorstand Michael Koch auf gezielte personelle Veränderungen zurück. Winterleihgabe Kaan Inanoglu von Eintracht Frankfurt erwies sich als Volltreffer – der 20-Jährige traf in sieben Einsätzen siebenmal. Dazu kehrte Offensivspieler Hilal El-Helwe nach einer schweren Sprunggelenksverletzung zurück, die ihn ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt hatte. In der Defensive stabilisierte der nach einem Kreuzbandriss genesene Michael Heilig die Viererabwehrkette, die mittlerweile die zweitbeste der gesamten Liga ist. Diese Mischung aus frischer Offensivpower und defensiver Zuverlässigkeit verleiht dem Homburger Spiel eine neue Qualität.

Cheftrainer Seitz blickt dem Duell in Frankfurt mit Vorfreude entgegen, ohne den Gegner zu unterschätzen. „Auf uns wartet ein sehr starker Gegner, der mit uns leistungsmäßig auf Augenhöhe steht. Wieder ein Topspiel für uns, das wir positiv angehen werden und alles versuchen werden, auch diesmal als Sieger den Platz zu verlassen“, sagte er. An seiner Erfolgself der vergangenen drei Partien will Seitz festhalten – die personelle Konstanz scheint ein Schlüssel zum aktuellen Lauf zu sein. Über die verbleibenden Saisonwochen hinaus hat der Coach ein doppeltes Ziel im Blick, das sich mit dem seines Verteidigers Steinmetz deckt: „Wir wollen das Optimale herausholen, also Platz drei und dann alles dransetzen, noch den Saarlandpokal-Titel aus der letzten Runde zu verteidigen.“

Parallel zum sportlichen Endspurt läuft hinter den Kulissen die Kaderplanung für die Saison 2026/27 bereits auf Hochtouren. Seitz wartet allerdings noch auf die finanziellen Vorgaben des Vorstands, um konkret planen zu können. Gespräche mit Spielern, deren Verträge auslaufen, sowie mit Akteuren, die trotz laufender Kontrakte bis Juni 2027 keine Zukunft beim FCH haben, sind in vollem Gange. Sportvorstand Koch kündigte an: „Bis spätestens Ende nächster Woche sind wir damit durch.“ Tim Steinmetz jedenfalls wird den Grün-Weißen erhalten bleiben und geht in seine fünfte Saison am Waldstadion.

Ein Wermutstropfen zeichnet sich allerdings ab: Torjäger Inanoglu wird den Verein aller Voraussicht nach im Sommer wieder verlassen. Eintracht Frankfurt plant, den Vertrag mit dem jungen Stürmer um ein Jahr bis 2028 zu verlängern und ihn anschließend an einen Drittligisten auszuleihen. Für den FCH wäre es ein schmerzhafter Verlust – und bereits der dritte Abgang eines Torjägers innerhalb von zwei Jahren nach Phil Harres, der zu Holstein Kiel wechselte, und David Hummel, den es zu Hansa Rostock zog. Die Suche nach einem adäquaten Ersatz dürfte eine der zentralen Aufgaben für Koch und Seitz in den kommenden Wochen werden.

Anzeige