Erneut haben Bürger und Poltik in Kleinottweiler deutlich gemacht, dass die Zunderbaum-Notzufahrt nicht für den regulären Verkehr geöffnet werden dürfe. - Foto: Rosemarie Kappler

Seit Dezember hat das Industriegebiet Zunderbaum II einen neuen Besitzer. Der Fiege-Konzern hat das Gelände vom Land für über vier Millionen Euro gekauft und will dort ein Logistikzentrum bauen (wir berichteten). Ein rechtsgültiger Bebauungsplan der Stadt Homburg aus dem Jahr 2010 sieht hierfür eine ergänzende Anbindung des Areales an die B423 vor.

Die Kosten hierfür – das teilte uns vor Wochen bereits das Innenministerium mit – trage der Investor. Im Gespräch ist hierbei wohl eine Ampelanlage auf halber Strecke zwischen Autobahnanschluss und dem Kreuzungsbereich Berliner Straße/Am Zunderbaum. Eine Möglichkeit, die auch bereits seit Jahren von der Stadt Homburg erwogen wird. Allerdings präferiert Bürgermeister Michael Forster (CDU) im Sinne einer Verkehrsentlastung für Homburg die Öffnung der Zunderbaum-Notfallstraße, die zwischen Kleinottweiler und Altstadt auf die L219 führt und den Verkehr dann auf die B423 bringt. Dies im besten Fall.

Allerdings befürchten Altstadt und Kleinottweiler, dass sich zumindest ein spürbarer Anteil dieses Verkehres den Weg durch die beiden Gemeinden sucht. Aktuell stützen sowohl die CDU Homburg insgesamt wie auch die Stadtratsfraktion die Forderung von Bürgermeister Forster nach Öffnung der Notzufahrt. Auslöser ist eben die Information, dass das Areal Zunderbaum II über eine Ampelanlage an die B423 angehängt werden soll. Darin sieht die Homburger CDU keine gute Lösung, weil eine solche Ampel auf der B423 für mehr Verkehr sorge und diesen Abschnitt mehr belaste.

Ungeachtet dessen ist zurzeit unklar, ob die fragliche Ampelanlage eine vollwertige Lösung sein soll, oder ob sie nur die Seite des Zunderbaum-Areales betrifft. Eine Antwort auf die Beschaffenheit dieser Anbindung hat unsere Redaktion bislang von Fiege nicht erhalten. Dass eine wie auch immer geartete Anbindung des Zunderbaum II an die B423 erfolgen muss dürfte indes trotz Protest auch der Homburger CDU klar sein. Immerhin war sie 2008 an der Abstimmung im Stadtrat beteiligt, als es um den Bebauungsplan Zunderbaum II ging, der eben einen solchen Anschluss vorsieht. Sie hat also dort eine Anbindung befürwortet wo sie jetzt dagegen ist.

Dass das aktuelle Argument der CDU Homburg dahingehend lautet, eine Ampel würde die B423 belasten, die Öffnung der Notzufahrt hingegen nicht (auch nicht Altstadt und Kleinottweiler) hat eben auch im Bexbacher Stadtteil Kleinottweiler zu heftigen Protesten geführt. Zunächst reagierte dort die Bürgerinitiative. „Die künftige Ampelanlage wird, laut LfS, so getaktet sein, dass der Verkehrsfluss auf der B423 im Streckenabschnitt zwischen der bestehenden Anschlussstelle Homburg/Bexbach und dem Kreuzungsbereich Berliner-/Bexbacher Straße (B 423)/Einfahrt Zunderbaum-Areal nicht beeinträchtigt wird“, schreibt BI-Vorsitzender Werner Langefeld. Durch die Herstellung der 2. Zunderbaum-Zuwegung könnten die Fahrzeuge, von der A6 kommend, bereits nach kurzer Wegstrecke auf der B 423 in das Zunderbaum-Gelände einfahren. Somit verlaufe dieser A6-Verkehr (in hohen Anteilen Schwerlast- und Kleintransporter-Verkehr) sowie der aus Richtung Bexbach etc. kommende Verkehr über eine Bundesstraße (gegenläufig ebenso) und damit nicht mit großen Umwegen verbunden über eine Landstraße, wie z.B. die L 219 im Bereich Altstadt und Kleinottweiler (ohne vorhandenen Fuß- und Radweg sowie geringer Verkehrsübersicht), wie dies bei einer Öffnung der Notzufahrt in der Tat der Fall wäre.

Eine Öffnung der Notzufahrt sieht die BI nicht erforderlich wenn darüberhinaus auch die in Planung befindliche Autobahnanbindung Homburg-Ost kommt. Eine Einschätzung, die auch Kleinottweilers Ortsvorsteher Daniel Heintz (SPD) teilt: „Deshalb ist ein Autobahnanschluss Homburg-Ost, wie das Land ihn bei Reiskirchen bauen will, die echte Entlastung, nicht nur für Kleinottweiler, sondern auch für andere Orte wie Jägersburg oder Bruchhof.“ Und weiter: „Ich möchte nochmals, auch im Namen des gesamten Ortsrates betonen, dass wir uns in Kleinottweiler gegen eine Öffnung der Notzufahrt Xenonstraße zwischen Altstadt und Kleinottweiler aussprechen. Kleinottweiler ist schon seit Jahren bei allen Baumaßnahmen und Sperrungen (z.B Neubau der Brücke an der A 6-Auf- und Abfahrt Homburg) immer Ausweichgebiet für Autofahrer, sei es auf der L 219 Altstadter Straße oder B 423 Jägersburger Straße. Die großen Bauprojekte Drittes Ohr und Industriegebiet Zunderbaum betreffen Kleinottweiler direkt, liegt der Ort doch fast direkt an der Anschlussstelle Homburg und nur ein Kilometer vom Rand des Zunderbaums entfernt.“

Erst am letzten Wochenende hatte sich dies wieder bewahrheitet, als die A6 in Fahrtrichtung Neunkirchen gesperrt war. In der Folge suchte sich der LKW-Verkehr seinen Weg durch Kleinottweiler. Es kam zu gefährlichen Wendemanövern und Ausweichsituationen.

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