Rohrbach trauert um Günter Weiland. Der ehemalige Schiedsmann, der über mehr als ein Vierteljahrhundert hinweg Streit schlichtete, Nachbarn versöhnte und das Zusammenleben im Stadtteil von St. Ingbert leise, aber beständig mitgestaltete, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
Weiland kam zum Schiedsamt, als die Stelle längere Zeit unbesetzt war. Er bewarb sich auf die Ausschreibung, der Ortsrat schlug ihn vor – und traf damit eine Wahl, die sich über Jahrzehnte bewähren sollte. Sein beruflicher Hintergrund im öffentlichen Dienst sowie fundierte Kenntnisse im Verwaltungs- und Rechtsbereich gaben ihm das nötige Rüstzeug für eine Aufgabe, die vor allem eines verlangte: Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen.
Als Schiedsmann war Weiland Anlaufstelle bei Nachbarschaftsstreitigkeiten und kleineren Konflikten. Vieles ließ sich in persönlichen Gesprächen regeln, manches erforderte eine förmliche Verhandlung im Bürgerhaus. Wer ihn erlebte, beschrieb seine Art als ruhig, sachlich und stets beiden Seiten zugewandt. Er selbst betonte, dass er diese Aufgabe immer gerne ausgeübt habe. Selbst als er sein Mandat aus Altersgründen niederlegte, blieb er so lange im Dienst, bis die Nachfolge geklärt war.
Doch Günter Weiland war weit mehr als ein Vermittler in Streitfällen. Er gehörte zu jenen Menschen, die das Vereinsleben eines Ortes zusammenhalten. Bei den Rohrbacher Heimatfreunden war er ebenso aktiv wie im Rohrbacher Musikverein und im Kirchenchor St. Johannes. Besondere Bekanntheit erlangte er als Mitglied des Rohrbacher Gesangsquartetts „Die Bierkehlchen“, das über viele Jahre die Fastnacht und zahlreiche weitere Veranstaltungen in Rohrbach prägte.
Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer würdigte den Verstorbenen mit persönlichen Worten: „Mit Günter Weiland verliert Rohrbach einen Bürger, der über viele Jahre Verantwortung übernommen und sich stets für ein gutes Miteinander eingesetzt hat. Im Herzen sehr heimatverbunden, ging sein Horizont weit über die Ortsgrenze hinaus. Er war eine starke Stimme für Rohrbach, seine positive Ausstrahlung und sein Lächeln bleiben in unserer Erinnerung.“
Auch Ortsvorsteher Martin Biedermann erinnerte an den beliebten Rohrbacher und hob dessen vielseitige Begabungen hervor: „Mit seinem rednerischen, malerischen und musikalischen Talent setzte er in Rohrbach Akzente, die für uns alle unvergessen bleiben. Sein Mut zur Wortkraft, sein Sinn für Farbe und Musik werden wir nicht vergessen. Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie, die für ihn zeitlebens an erster Stelle stand.“
Was bleibt, ist das Bild eines Mannes, der sich nie in den Vordergrund drängte und dennoch Spuren hinterließ – als Schlichter, als Vereinsmensch, als Nachbar. Rohrbach hat eine seiner prägenden Stimmen verloren.




















