Bild: Bill Titze

Wer an die Uniklinik denkt, dem kommen wohl kaum als erstes Gärten oder Grünanlagen in den Sinn. Doch neben Krankenhäusern und Ausbildungsstätten gibt es dort auch wunderschön lauschige Plätze, die zu einer Verschnaufpause einladen. Einige wurden nun bei einer Führung vorgestellt.

Hecken umzäunen die quadratische, von grün blühenden Bäumen gesäumte Rasenfläche. Entlang des Weges, der um das Grün angelegt ist, sprießen fröhlich Kräuter und Sommerblumen. Es fehlt nicht schwer sich vorzustellen, dass Menschen an diesem idyllischen Platz zur Ruhe finden und den Alltag für einen Moment vergessen können.

Bild: Bill Titze

Und das ist vielleicht nirgendwo so wichtig, wie an diesem Ort. Denn der beschriebene Garten befindet sich mitten im Herzen der Uniklinik, direkt neben der Orthopädischen Klinik. Seit 2010 gibt es diesen Ruheplatz, der vermutlich vielen gar nicht bekannt ist. Schließlich versteckt er seine Schönheit hinter Hecken. Aber gerade diese Abgeschiedenheit macht auch den Reiz dieses Ortes aus.

„Es ist einfach schön zu sehen, wie die Patienten hier die Ruhe genießen. Das ist Motivation genug für unsere Arbeit“, erklärt Karin Feß, die sich seit drei Jahren mit vier anderen Frauen ehrenamtlich um den Garten kümmert. Sie sind sogenannte Grünpatinnen, die durch eine Führung auf den Garten aufmerksam wurden und ihre Hilfe bei der Pflege anboten.

Bild: Bill Titze

Eine solche Führung fand auch am letzten Sonntag im Rahmen des „Tages des offenen Gartens“ statt. Treffpunkt war eben jener Kräuter- und Heilpflanzengarten, der bei den Besuchern ob seiner Vielfalt großes Erstaunen hervorrief. Muskatellersalbei, Färberkamille, das Getüpfelte Johanniskraut, Nieswurz oder Alant sind nur einige der Pflanzen, die hier wachsen. „Wie schön“ und „Was es hier alles gibt“ war da des Öfteren von den Teilnehmern der Führung zu vernehmen.

Viel Lob für den Zustand des Gartens gab es denn auch von Richard Schmidt, dem Geschäftsführer der UKS Service GmbH. „Wir hätten mit unserem Personal gar nicht die Zeit, so oft hier zu sein“, richtete er seine Worte an die Grünpatinnen, die in der heißen Jahreszeit jeden Tag rund eine Stunde mit der Pflege des Gartens verbringen. „Das er so aussieht wie er aussieht, ist also vor allem Ihr Verdienst.“

Und diese Oase der Ruhe soll in Zukunft noch einladender werden, denn die Stadt hat gerade erst einen Zierapfelbaum gespendet, der von Bürgermeister Michael Forster eingeweiht wurde. „Für mich war es eine Selbstverständlichkeit diesen Baum zu stiften, schließlich ist Homburg die Stadt des Baumes. Es ist wirklich bemerkenswert, dass die Uniklinik dafür sorgt, dass es diese Erholungsräume gibt, was ja nicht an jeder Klinik der Fall ist.“

Bild: Bill Titze

Eine große Rolle spielt dabei Oliver Werner, der Leiter der Grünflächenabteilung des UKS. Er führte die Besuchergruppe rund zwei Stunden mit sichtbar viel Begeisterung über das Unigelände und stellte verschiedene Besonderheiten vor. So wie am Gebäude 12, in dem man sich um den Krankenhausbetrieb und das Patientenmanagement kümmert. Dort gibt es ein ganzes Ensemble, das unter Denkmalschutz steht. Ein Laufbrunnen, Jugendstilelemente und ganz viel Grün geben diesem Ort fast schon etwas Verwunschenes.

Gleich nebenan befindet sich schließlich eine frisch angelegte Blumenwiese. „Wir sind gerade dabei solche Wiesen verstärkt anzulegen“, erzählt Werner. Daneben gibt es noch viele weitere Beete, in denen Pflanzen aller Art angelegt sind. Darunter auch Obst und Gemüse wie Paprika, Erdbeeren oder Kiwi. „Wichtig sind uns die Farbkombinationen“, sagt der Leiter der Grünflächenabteilung. „Zum Beispiel haben wir an den Eingängen der Uni besonders helle Pflanzen gesetzt, damit ein freundlicher Eindruck entsteht.“ Darüber hinaus müssen die Grünanlagen der rund 100 Unigebäude gepflegt werden.

Das alles wird von lediglich zehn Mitarbeitern geleistet. Jeder ist also im Schnitt für 10 Gebäude zuständig. Eine Herkulesaufgabe. „Manchmal wissen wir selbst gar nicht, wie wir das alles schaffen“, sagt Werner mit einem Lachen. „Aber klar ist auch, dass nicht jedes Beet rund um die Uhr wie geleckt aussehen kann, das ist einfach nicht machbar.“ So freut sich Werner über jeden freiwilligen Helfer. Wie die fünf Grünpatinnen, die sich um den Kräutergarten neben der Orthopädie kümmern. „In diesem Jahr sind wir wirklich sehr stolz auf unsere Arbeit, denn die Elemente ergänzen sich dieses Mal besonders gut“, freut sich Karin Feß. Beste Voraussetzungen also, damit Patienten und Mitarbeiter auch in den kommenden Monaten in der Idylle zur Ruhe kommen können.

 

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