Ingo und Sandra Volz' Einsatz war vorbildlich. - Foto: Bill Titze

Vor rund zwei Wochen schlug in einem Haus in der Mainzer Straße der Blitz ein. Ein brennender Dachstuhl, mehrere Feuerwehrwagen und ein bald gelöschter Brand – im Grunde ein Ereignis, wie es bei einem Gewitter leider immer passieren kann. Außergewöhnlich war also nicht der Brand selbst, sondern die besondere Aktion eines Ehepaars, das nun für seine Zivilcourage geehrt wurde.

„Kommen Sie raus, Ihr Dachstuhl brennt!“ Es gibt wohl nur wenige Sätze, die man als Hausbesitzer weniger gerne hört, als diese Warnung. So dürfte es auch den Bewohnern gegangen sein, die am 24. Juni um halb sieben Uhr, das Fenster öffnete und diese Worte entgegengerufen bekamen. Derjenige, der da rief, war aber nicht etwa ein Feuerwehrmann.

Sondern Ingo Volz, ein ganz normaler Bürger, der sich an diesem Morgen mit seiner Frau zusammen auf den Weg zur Arbeit machte. Wobei „normal“ in diesem Zusammenhang vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist. Denn wie sich das Ehepaar verhielt, war vorbildlich und in der heutigen Zeit vielleicht auch nicht ganz selbstverständlich.

Aus diesem Dach in der Mainzer Straße schlugen nach einem Blitzeinschlag die Flammen. – Foto: Stephan Bonaventura

„Wir sind gerade mit dem Auto die Mainzer Straße hochgefahren und da habe ich gesehen, dass aus einem Hausdach Flammen schlugen“, erzählt Sandra Volz. „Wir haben dann gegenüber gehalten und ich habe die Feuerwehr verständigt.“ Doch dabei blieb es nicht. Denn ihr Ehemann machte sich auf, um auch die Bewohner zu warnen, die um diese Uhrzeit noch im Bett lagen.

„Ich habe dann Sturm geklingelt, bis ein Bewohner das Fenster öffnete“, schildert Ingo Volz den Ablauf der Rettungsaktion. „Nachdem mir dann die Tür geöffnet wurde, habe ich auch noch die andere Hausbewohnerin rausalarmiert.“ Als die beiden Bewohner in Sicherheit waren, fuhren die beiden Ersthelfer weiter zur Arbeit. „Schließlich wollten wir der Feuerwehr nicht im Weg herumstehen“, sagt Ingo Volz.

Nur wenige Minute dauerte der Vorgang, doch bestimmt haben die beiden mit ihrem Einsatz Schlimmeres verhindert. Denn trotz der von außen sichtbaren Rauchentwicklung, schlugen die Rauchmelder im Inneren nicht an.

Das Ehepaar wurde vom Homburger Feuerwehrchef Peter Nashan und Bürgermeister Michael Forster geehrt. – Foto: Bill Titze

Das hatte einen bestimmten Grund, wie Peter Nashan, der Chef der Feuerwehr Homburg, erläutert. „Das Haus ist mit einer Art Papierrollen gedämmt und darunter sind auch noch Spanplatten. So ist der Rauch zunächst nicht ins Innere des Hauses gekommen.“ Ein weiteres Problem: Eine solche Dämmung verklumpt, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt. „Deshalb mussten wir Schaum als Netzmittel beimischen.“ So bekam die Feuerwehr den Brand bald unter Kontrolle – dachte man zumindest.

Denn am Abend glimmten noch einmal Glutnester auf, die wiederum gelöscht werden mussten. „Danach haben wir eine Brandwache eingerichtet und alles noch einmal mit einer Wärmebildkamera überprüft. Es war also schon ein langwieriger Einsatz“, so Nashan. Entstanden ist letztlich ein Großschaden, der das Dachgeschoss noch für Monate unbewohnbar macht.

Aber wichtiger ist wohl, dass bei dem Brand in der Mainzer Straße keine Person zu schaden kam. Und das ist vor allem Ingo und Sandra Volz zu verdanken, die mit ihrem couragiertem Einsatz vorbildhaft gehandelt haben und dafür von der Feuerwehr Homburg eine Medaille mit dem Konterfei des Heiligen Florian erhielten – dem Schutzheiligen der Feuerwehr.

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