Rund 2.000 saarländische Unternehmen stehen in den kommenden fünf Jahren vor der Übergabe an eine neue Generation – eine Zahl, die verdeutlicht, welcher wirtschaftliche Umbruch dem Bundesland bevorsteht. Genau hier setzt eine landesweite Offensive an, die am 4. Mai in St. Wendel mit einer viel beachteten Auftaktveranstaltung ihren Anfang nahm. Unter dem Motto „Fortsetzung folgt…“ will das saarländische Wirtschaftsministerium Betriebsinhaber und potenzielle Nachfolger zusammenbringen, Hürden abbauen und den Generationswechsel in der regionalen Wirtschaft aktiv begleiten.
Der Zuspruch beim Auftakt übertraf offenbar die Erwartungen. Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Menschen, die sich eine Betriebsübernahme vorstellen können, kamen nach St. Wendel, um sich über Finanzierung, rechtliche Rahmenbedingungen und konkrete Beratungsangebote zu informieren. Im Zentrum standen dabei nicht abstrakte Vorträge, sondern praxisnahe Einblicke in reale Nachfolgeprozesse und der direkte Austausch mit Fachleuten aus Recht, Finanzierung und Unternehmensberatung.
Wirtschaftsminister Jürgen Barke ordnete die Resonanz als Signal für die Dringlichkeit des Themas ein: „Die große Resonanz zeigt, wie präsent das Thema in der saarländischen Wirtschaft ist.“ Er machte deutlich, was auf dem Spiel steht: „Wenn es nicht gelingt, Betriebe erfolgreich in die nächste Generation zu führen, verlieren wir nicht nur Unternehmen, sondern auch Erfahrung, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke.“ Besonders kleine und mittlere Betriebe seien betroffen – jährlich beschäftigen sich im Saarland rund 1.500 Unternehmen mit der Frage, wer den Betrieb künftig führen soll.
Barke warb zugleich offensiv dafür, die Übernahme eines bestehenden Betriebs als attraktiven Weg in die Selbstständigkeit zu begreifen. „Wer einen Betrieb übernimmt, baut auf gewachsenen Strukturen, Kundenbeziehungen und Erfahrung auf“, sagte der Minister. „Genau dieses Potenzial wollen wir stärker sichtbar machen und mehr Menschen für diesen Weg gewinnen.“ Die Offensive soll dieses Bewusstsein in den kommenden Monaten mit einer ganzen Reihe weiterer Formate schärfen: Geplant sind regionale Informationsveranstaltungen in Kooperation mit allen saarländischen Landkreisen, Seminare zu Kernthemen wie Steuern, Unternehmensbewertung und Kommunikation sowie digitale Angebote – darunter eine Broschüre unter dem Titel „Nachfolge im Saarland“.
Ergänzend setzt das Ministerium auf gezielte Initiativen, die über klassische Formate hinausgehen. Gemeinsam mit der Handwerkskammer sind Betriebsbesuche vorgesehen, bei denen Nachfolgeinteressierte Unternehmen vor Ort kennenlernen können. Darüber hinaus fördert das Wirtschaftsministerium das Pilotprojekt „NextGen.Saar“ bei der FITT gGmbH, das Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gezielt für Betriebsübernahmen gewinnen soll – ein Ansatz, der den Kreis potenzieller Nachfolger bewusst erweitert.
Begleitet wird die gesamte Offensive von einer Social-Media-Kampagne, die unter dem Titel „Fortsetzung folgt…“ gelungene Übergaben porträtiert und so greifbare Vorbilder schafft. Barke brachte den Kern der Initiative auf eine knappe Formel: „Ohne Nachfolge gibt es keine Fortsetzung – und genau dabei unterstützen wir Unternehmen und Nachfolger.“ Weitere Informationen zu den kommenden Veranstaltungen stellt das Ministerium unter www.gruenden.saarland/fortsetzung bereit.






















