Römermuseum Schwarzenacker - Bild: Stephan Bonaventura

Wissen zu vermitteln – das ist eine der Aufgaben von Museen. Früher ging das über Exponate, Schautafeln und Führungen. Doch diese Zeiten sind vorbei: Die Digitalisierung hat auch dort Einzug gehalten. Auch das Römermuseum wartet nun mit einem solchen Projekt auf, das Kinder und Jugendliche mittels Videos an die Barockschätze vor Ort heranführen soll.

Als Kind ist eine der ersten Lektionen, wenn man ein Museum betritt: „Nichts anfassen und bloß nicht rennen oder toben!“ Mit Skateboards sollte man dementsprechend eher nicht unterwegs sein. Doch Zeiten ändern sich. So auch im Römermuseum, wo ab jetzt auf Wunsch ein Skateboard fahrender Butler durch die Gemäldegalerie im Edelhaus führt.

Jeffrey heißt der ältere Herr, der jedoch nicht aus Fleisch und Blut ist, sondern natürlich nur in digitaler Form sein Wissen preisgibt. Skateboards bleiben schließlich weiterhin verboten, viel zu schade wäre es um die wertvollen Barockgemälde aus dem 18. Jahrhundert, die dort ausgestellt sind. Und in den vergangenen Monaten von 29 Studierenden der Hochschule Kaiserslautern unter der Leitung von Professorin Barbara Christin ganz neu unter die Lupe genommen wurden.

„Der Sinn dabei war, die jugendliche Sicht auf die die Gemälde in den Blickpunkt zu rücken“, erklärt Christin. Dazu haben die Studierenden im Vertiefungsfach „Bewegtbild im Marketing“ in 13 Teams Videos konzipiert, die nun im Römermuseum vorgestellt wurden. Diese sind in drei Kategorien eingeteilt: jeweils ein längerer Beitrag für Kinder und Jugendliche sowie mehrere rund einmütige Videos für die erwachsenen Besucher der Ausstellung. „Dabei sind die Ansätze in den Videos sehr unterschiedlich“, sagt Christin. So ist Butler Jeffrey mit seinem Skateboard nur in den Beiträgen zu sehen, die für Kinder gedacht sind. Hier versucht er in möglichst einfachen Worten, den Kleinen die Werke näherzubringen.

Die Jugendlichen werden stattdessen im Stile einer Live-Reportage angesprochen. Dabei führt ein Studierender mit einem Mikrofon in der Hand durch die vier Ausstellungsräume. Um größtmögliches Interesse bei den Jugendlichen zu wecken, ist seine Ansprache eher lässig gehalten. Anders sieht das bei den Videos für die Erwachsenen aus, in denen die Bildinhalte und die Geschichten hinter den Gemälden relativ klassisch von einem Erzähler eingesprochen wurden.

Der Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum, Philipp Scheidweiler, ist zufrieden mit dem Ergebnis. „Es ist hier gelungen, einen digitalen Wissenstransfer zu schaffen, der Geschichte auch jüngeren Menschen zugänglich macht. Das ist wichtig, schließlich darf dieses Wissen nicht verloren gehen.“ Maßgebliche Vermittlerin des Wissens während des Projekts war Dr. Jutta Schwan, Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, die den Studierenden mit Rat und Tat zur Seite stand. „Es sind unglaublich tolle Arbeiten entstanden. Und die Bilder haben es auch verdient, dass ein neuer, begeisterte Blick auf sie geworfen wird“, freut sich Schwan über die Mühe, die sich die Studierenden gemacht haben.

Vorerst sind die entstandenen Videos nur unter https://de.actionbound.com/bounds/search?q=schwarzenacker einsehbar. Doch in absehbarer Zeit sollen sie Teil einer digitalen Gästemappe werden, die am Römermuseum gerade entwickelt wird. In Schwarzenacker geht man also sicht- und hörbar mit der Zeit – auch wenn Rennen und Toben wohl auch dort in naher Zukunft erst mal kein Bestandteil eines Museumsbesuchs sein wird.

 

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