Quelle: Diakonie Saar

Die Diakonie Saar fordert angesichts der gescheiterten Evakuierung von Ortskräften und der humanitären Katastrophe in Afghanistan von der saarländischen Landesregierung, sich für die Belange der Menschen aus Afghanistan einzusetzen, um die bereits laufende humanitäre Katastrophe zu mildern und einer möglichst großen Zahl von Menschen eine Lebensperspektive zu geben.

Aus der Sicht von Geschäftsführerin Anne Fennel müsse das Saarland, wie alle Bundesländer und der Bund, jetzt schnell und unbürokratisch handeln, um hier lebenden Afghanen eine langfristige Integrationsperspektive zu eröffnen. Dazu gehöre auch, so Fennel, die Erteilung von Zustimmungen zu Familienzusammenführungen, die weitere Evakuierung von Ortskräften und die Gewährung von Bleiberechtsmöglichkeiten.

„Da auf absehbare Zeit keine Ausreise von Menschen aus Afghanistan möglich ist, müssen die Betroffenen zügig aus der AnkER-Einrichtung in Lebach auf die Kommunen verteilt werden“, ergänzt Stefan Gebhardt, in der Diakonie für den Bereich Migration zuständig.

Auf Bundesebene, so die Forderung der Diakonie Saar, ist die weitere Evakuierung von Ortskräften mit allen Familienangehörigen auf Basis einer unbürokratischen Registrierung aller Betroffenen und einer Implementierung eines Bundesprogramms zur Aufnahme vulnerabler und besonders gefährdeter Personengruppen umzusetzen. Ein genereller Abschiebestopp nach Afghanistan müsse beschlossen werden. Zudem solle die nachhaltige psychosoziale Versorgung von Geflüchteten ausgebaut werden. „Die bisherigen Versorgungssysteme sind bereits jetzt überlastet“, so die Diakonie Saar.

Die Diakonie Saar ist in der Beratung und Betreuung von Geflüchteten – von Migrationsberatung über betreutes Wohnen von ehemals unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen bis zu Sprach- und Integrationskursen tätig. Seit mehr als 40 Jahren betreibt sie die Flüchtlingsberatungsstelle in der Landesaufnahmeeinrichtung des Saarlandes /AnkER-Einrichtung in Lebach.

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