Foto: Ministerium für Bildung und Kultur
Anzeige

Wie sich deutsch-französische Bildungskooperation im Alltag anfühlt, ließ sich in dieser Woche ganz konkret im Saarland beobachten. Eine Delegation der Académie de Montpellier war zu Gast und nutzte ihre dreitägige Reise, um sich an mehreren Schulen ein Bild von dualer Ausbildung, inklusivem Lernen und grenzüberschreitenden Projekten zu machen. Stationen waren unter anderem die Technisch-gewerblichen und beruflichen Bildungszentren (TGBBZ) I und II in Saarbrücken sowie die Anne-Frank-Schule in Saarlouis.

Begleitet wurde die Delegation von Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide. Sie betonte die Bedeutung des direkten Austauschs mit den Partnern aus Südfrankreich: „Der direkte Austausch mit unseren Partnern aus Montpellier zeigt uns immer wieder, wie wertvoll der Blick über die Grenze für eine moderne Bildungslandschaft ist. Es war uns ein besonderes Anliegen, der Delegation hautnah zu zeigen, wie wir im Saarland Theorie und Praxis grenzüberschreitend verzahnen. Ob in der beruflichen Ausbildung oder durch innovative Inklusionskonzepte: Wir schaffen Bildungsbiografien, die jungen Menschen konkrete europäische Perspektiven eröffnen und sie auf ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben vorbereiten. Durch diese Kooperation legen wir gemeinsam das Fundament für ein starkes, solidarisches Europa, in dem alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet werden.“

Anzeige

Ein Schwerpunkt der Reise lag auf der dualen Ausbildung. Seit 2017 bieten saarländische Berufsbildungszentren, darunter das TGBBZ I und II in Saarbrücken, spezialisierte deutsch-französische Ausbildungszweige an. Am Élysée-Tag, dem Tag der deutsch-französischen Freundschaft am 22. Januar, erhielt die Delegation Einblicke in die Fachbereiche Hotellerie und Gastronomie, Tourismus sowie Bauwesen, Energie und Informationssysteme. Außerdem stand ein Besuch des EFRE-Kompetenzzentrums „Future Classroom“ auf dem Programm. Besonders greifbar wurde die Zusammenarbeit, als Schülerinnen und Schüler der französischen Partnerschule Lycée Félix Mayer aus Creutzwald gemeinsam mit Auszubildenden des TGBBZ I eine Uhr bauten. An diesem Beispiel ließ sich nachvollziehen, wie eng Theorie und Praxis im Saarland verknüpft sind und welche Rolle internationale Kooperationen für die berufliche Qualifizierung junger Menschen spielen.

Foto: Ministerium für Bildung und Kultur

An der Anne-Frank-Schule in Saarlouis rückte am 23. Januar das Thema Inklusion in den Mittelpunkt. Die Schule befindet sich auf dem Weg zur gebundenen Ganztagsschule und soll künftig Teil des entstehenden Inklusiven Bildungscampus des Landkreises Saarlouis werden. Ziel dieser Entwicklung ist es, durch eine enge Vernetzung sozialer Einrichtungen und Bildungsangebote soziale Teilhabe zu stärken, Übergänge für Kinder und Jugendliche zu erleichtern und inklusive Bildungsansätze systematisch weiterzuentwickeln. Individuelle Förderung und Begleitung der Schülerinnen und Schüler stehen dabei im Vordergrund.

Anzeige

Die Anne-Frank-Schule ist bereits seit 2023 aktiv in den grenzüberschreitenden Austausch eingebunden. Dazu gehört unter anderem eine Delegationsreise nach Montpellier im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Campus des métiers et des qualifications „Autonomie et inclusion“. Auch in den kommenden Jahren sind regelmäßige Aktivitäten mit Partnern in Frankreich geplant. Genannt werden Besuche von Einrichtungen in Nancy oder Metz sowie die Beteiligung an den Special Olympics im Rahmen des Projekts Engagement’GR.

Foto: Ministerium für Bildung und Kultur

Weitere Einblicke in die deutsch-französische Bildungsarbeit erhielt die Delegation am Robert-Schuman-Gymnasium in Saarlouis. Dort wurden der Abibac-Zweig, der Musikzweig und verschiedene internationale Projekte vorgestellt. An der Gemeinschaftsschule im Warndtwald in Überherrn präsentierte das Kollegium das bilinguale Unterrichtskonzept. Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war der Austausch zur Lehrerfort- und Weiterbildung. Im Mittelpunkt standen ein gemeinsamer Fortbildungskatalog, Erasmus+ als strategisches Instrument für EU-Fortbildungen, Drittortbegegnungen sowie die Möglichkeit für Lehrkräfte, durch Job Shadowings an der Partneracadémie praktische Einblicke zu gewinnen. Auch Referendarinnen und Referendare werden aktiv in diese Kooperation eingebunden.

Anzeige

Die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bildungsbereich zeigt in diesen Projekten, wie praktische Erfahrungen, inklusives Lernen und internationale Partnerschaften zusammenwirken. Sie stärkt fachliche Kompetenzen, fördert gegenseitiges Verständnis und eröffnet jungen Menschen eine europäische Perspektive – im Sinne der Frankreichstrategie + des Saarlandes, die den Austausch mit dem Nachbarland langfristig vertiefen soll.

(Visited 36 times, 1 visits today)
Anzeige