Größere Bildschirme für den Streifenwagen: Die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag pocht erneut auf ein Pilotprojekt, das Tablets oder Notebooks im Wach- und Streifendienst der Polizei erproben soll. Schon während der vergangenen Haushaltsberatungen hatte die Fraktion konkrete Gelder dafür beantragt. Jetzt legt sie nach – mit Verweis auf Erfahrungen, die sie bei ihren Besuchen in den Polizeiinspektionen gesammelt hat.
Im Zentrum der Argumentation steht ein pragmatischer Gedanke. „Bei der Digitalisierung der Polizei muss eine Frage im Mittelpunkt stehen: Was erleichtert den Polizistinnen und Polizisten ganz konkret ihren Arbeitsalltag?“, sagt Sebastian Schorr, der für die CDU im Innenausschuss sitzt. Genau dort sieht er bei mobilen Endgeräten „erhebliches Potenzial“.
Zwar seien die Einsatzkräfte längst mit Dienst-Smartphones ausgestattet, doch für umfangreichere Vorgangsbearbeitung stießen die kleinen Displays schnell an ihre Grenzen. Schorr verweist auf die vielen Leerlaufmomente im Dienst: Wartezeiten während eines Einsatzes oder die Minuten zwischen einzelnen Maßnahmen. Solche Phasen ließen sich mit einem größeren Gerät nutzen, um Sachverhalte bereits vor Ort zu dokumentieren oder Berichte vorzubereiten.
Dahinter steckt auch der Wunsch, die Arbeitsbelastung besser zu verteilen. Was unterwegs schon erledigt werde, müsse nicht komplett nach der Rückkehr auf die Dienststelle nachgeholt werden. Gerade nach mehreren Einsätzen einer Schicht könne sich dort erhebliche Nacharbeit anhäufen. Mobile Geräte könnten helfen, diese Spitzen bei der Nachbereitung abzufedern.
Ein zweiter Aspekt ist der Zugriff auf Informationen. Schon auf der Anfahrt zu einem Einsatz ließen sich relevante Daten auf einem größeren Bildschirm übersichtlicher darstellen, so Schorr. Es gehe ausdrücklich nicht darum, die vorhandenen Smartphones zu ersetzen, sondern sie dort zu ergänzen, wo ihre Größe im Alltag an Grenzen stoße. Mit der Einführung des neuen Vorgangsbearbeitungssystems @rtus verbesserten sich zudem die technischen Voraussetzungen für ortsunabhängiges Arbeiten – weshalb die Einsatzkräfte auch die passenden Geräte dafür bräuchten.
Konkret hatte die CDU 20.000 Euro für einen Testlauf in zunächst mindestens zwei Polizeiinspektionen vorgeschlagen. SPD und Innenministerium lehnten den Antrag ab. Dabei, so betont Schorr, gehe es der Fraktion gerade nicht um eine flächendeckende Anschaffung auf Verdacht, sondern um einen Praxistest unter realen Bedingungen: Welche Geräte eignen sich, für welche Aufgaben werden sie tatsächlich genutzt, und wie groß fällt die Entlastung aus?
Ein Warnhinweis fehlt in Schorrs Fazit nicht. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Ein Tablet allein macht Polizeiarbeit nicht besser“, räumt er ein. Wenn es aber Wartezeiten sinnvoll nutzbar mache, Vorgänge unmittelbar bearbeiten lasse und die Nacharbeit reduziere, entstehe ein konkreter Nutzen für die Einsatzkräfte. „Genau deshalb wollen wir es ausprobieren, statt es von vornherein abzulehnen.“




















