Pingusson-Bau in Saarbrücken Foto: Phrontis - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10600710
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Die ehemalige französische Botschaft in Saarbrücken soll nach dem Willen der Saar-Grünen als Ganzes erhalten bleiben. Anlass für den Vorstoß sind aktuelle Überlegungen, Teile des sogenannten Pingusson-Baus abzureißen. Für die Partei kommt ein solcher Eingriff nicht infrage.

„Der Pingusson-Bau ist ein herausragendes Baudenkmal und ein sichtbares Stück deutsch-französischer Geschichte. Er steht für Verständigung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein geeintes Europa“, betont Hanko Zachow, Generalsekretär der Saar-Grünen. Gerade in Zeiten eines wieder erstarkenden Nationalismus müsse das Saarland seine europäische Identität selbstbewusst zeigen. Statt über einen Abriss zu debattieren, solle man über die Zukunft des Ensembles nachdenken.

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Die Grünen haben dafür eine konkrete Idee: Aus dem Gebäude könne ein europäisches Haus des Saarlandes werden. Denkbar seien Einrichtungen für die grenzüberschreitende politische und wirtschaftliche Kooperation, Bildungs- und Kulturangebote mit europäischem Zuschnitt sowie Räume für internationale Organisationen. Auch Flächen für Begegnungen und Veranstaltungen könnten dort ihren Platz finden.

Zusätzlich schlägt die Partei vor, eine Bewerbung um das Europäische Kulturerbe-Siegel zu prüfen. Damit ließe sich der Ort nicht nur bewahren, sondern zugleich international sichtbar machen. „So würde die Geschichte des Ortes nicht nur bewahrt, sondern in die Zukunft fortgeschrieben“, so Zachow. Ein lebendiger europäischer Zukunftsort könne durch das Siegel zusätzlich aufgewertet werden.

Kritik übt Zachow an der Landespolitik der vergangenen Jahrzehnte. Die heutige Lage sei auch eine Folge unterbliebener Sanierungen – und das, obwohl das Land selbst Eigentümer des Gebäudes ist. „Es ist verantwortungslos, Sanierungen über Jahrzehnte zu versäumen und anschließend die Kosten des Sanierungsstaus als Argument für einen Teilabriss anzuführen“, sagt er. Die Landesregierungen der zurückliegenden 30 Jahre trügen dafür erhebliche Verantwortung.

Besonderen Wert legen die Grünen auf den Zusammenhalt des gesamten Komplexes. Der repräsentative Botschaftsbau und der angrenzende Bürotrakt seien von Architekt Georges-Henri Pingusson als Einheit geplant worden. Erst ihr Zusammenspiel mache die architektonische und städtebauliche Qualität aus. „Die markante Hochhausscheibe gehört ebenso zum Ensemble wie der Botschaftsbau“, erklärt Zachow. Ein Teilabriss würde nach seiner Einschätzung wertvolle Architektur zerstören und die Wirkung des Ortes beeinträchtigen.

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Die Saar-Grünen fordern deshalb, die Abriss-Überlegungen zu stoppen. Stattdessen solle gemeinsam mit Fachleuten, den französischen Partnern und den Bürgerinnen und Bürgern ein tragfähiges Nutzungskonzept für das gesamte Ensemble erarbeitet werden.

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