Symbolbild
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Ein Klick auf „Später erinnern“, ein vergessenes Backup, ein hastig abgenicktes AGB-Häkchen – im Alltag mit Smartphone, Laptop und Tablet schleicht sich Nachlässigkeit oft unbemerkt ein. Eine neue repräsentative Erhebung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom legt nun offen, wie löchrig der digitale Selbstschutz vieler Menschen in Deutschland tatsächlich ist. Befragt wurden 1.005 Personen ab 16 Jahren, darunter 942 Internetnutzende. Die Veröffentlichung fällt nicht zufällig in diese Wochen: Am 26. Juni 2026 steht der bundesweite Digitaltag an, der in diesem Jahr ausdrücklich das Schwerpunktthema Digitale Sicherheit in den Mittelpunkt rückt.

Besonders ernüchternd fällt der Blick auf die Datensicherung aus. Lediglich 39 Prozent der Internetnutzenden legen häufig Sicherheitskopien ihrer digitalen Bestände an. Weitere 26 Prozent greifen gelegentlich zum Backup, 20 Prozent tun dies nur selten. Jede und jeder Zehnte verzichtet komplett darauf – ein Risiko, das sich spätestens beim Defekt einer Festplatte oder nach einem Ransomware-Angriff bitter rächen kann.

Kaum besser sieht es bei Software-Updates aus, obwohl diese in vielen Fällen genau die Sicherheitslücken stopfen, die Angreifer suchen. 43 Prozent der Befragten installieren neu angebotene Aktualisierungen meist umgehend. Ein Viertel handelt nur gelegentlich so prompt, 21 Prozent selten. Neun Prozent verschieben oder ignorieren Updates dauerhaft. Damit bleibt fast die Hälfte aller Geräte länger angreifbar, als es nötig wäre.

„Digitale Sicherheit scheitert häufiger an fehlender Routine als an fehlendem Wissen“, ordnet Felix Kuhlenkamp, Leiter Sicherheit im Bitkom, die Zahlen ein. Wer Updates zeitnah einspiele, Daten regelmäßig sichere sowie auf starke Passwörter und nach Möglichkeit Zwei-Faktor-Authentifizierung setze, mache es Kriminellen deutlich schwerer und senke das Risiko für Datenverlust und Betrug spürbar. Sein Befund: Es fehle weniger am Verständnis der Gefahren als an der Konsequenz im Alltag.

Neben technischer Vorsorge entscheidet auch das eigene Verhalten im Netz darüber, wie sicher persönliche Informationen bleiben. 28 Prozent der Internetnutzenden geben online häufig persönliche Daten preis, ohne lange darüber nachzudenken. 33 Prozent tun dies gelegentlich, 18 Prozent selten, nur 16 Prozent nie. Sobald Rabatte oder andere Vorteile locken, sinkt die Hemmschwelle weiter: 17 Prozent rücken in solchen Fällen häufig zusätzliche Angaben heraus, weitere 29 Prozent gelegentlich.

Wer einmal Zugriff auf Daten gewährt hat, kontrolliert ihn später selten. Nur zwölf Prozent prüfen häufig, welche Apps oder Webseiten welche Berechtigungen besitzen, 22 Prozent gelegentlich und 26 Prozent selten. Die größte Gruppe – 34 Prozent – schaut nie nach. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Gerade einmal 16 Prozent lesen sie häufig, 25 Prozent gelegentlich. 32 Prozent überfliegen die Vertragstexte selten, 23 Prozent nie. Dabei stecken in den AGB oft die entscheidenden Hinweise darauf, wie Anbieter mit persönlichen Daten verfahren.

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Die telefonische Befragung, durchgeführt von Bitkom Research zwischen Kalenderwoche 15 und 19 dieses Jahres, gilt als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren. Sie zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die digital längst angekommen ist – beim Selbstschutz aber noch erstaunliche Lücken offenlässt. Der Digitaltag am 26. Juni soll mit bundesweiten Aktionen genau hier ansetzen.

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