Die Beeder Ortsvertrauensfrau Katrin Lauer ist seit 2019 im Amt. - Foto: Bill Titze

Es war ein echter Erdrutschsieg in Beeden: nach jahrzehntelanger Vorherrschaft der SPD wurden bei der Kommunalwahl 2019 die Grünen stärkste Kraft im Homburger Stadtteil. Daher stellen sie mit Katrin Lauer auch die Ortsvertrauensfrau. HOMBURG1 hat mit Lauer darüber gesprochen, woher der große Zuspruch für die Grünen kommt – und durch welches Projekt sie in einen Zwiespalt gerät.

Wer erkunden will, was Katrin Lauer in den letzten Jahren als Ortsvertrauensfrau gemacht hat, der kommt an einem Ort nicht vorbei. Nur einige Meter muss man den Feldweg in Richtung Fischerhütte einschlagen, und schon kommt man an eine Abzweigung. „Beeder Brünnchen“ steht auf einem Stein, der inmitten einer fröhlich blühenden Wiese steht. Linker Hand bietet ein Insektenhotel Unterschlupf für die Tiere, die sich an schönen Tagen hier austoben. Und damit sie das geschützt tun können, schirmt ein Holzgeländer das Grün vom Weg ab.

Dieses kleine Idyll am Rande Beedens kam maßgeblich auf Initiative Lauers zustande, die seit 2019 als Ortsvertrauensfrau für den Stadtteil im Homburger Südwesten tätig ist. Damals war der Sieg für die Grünen durchaus eine Überraschung. Mit 27% holte die Partei sage und schreibe 20% mehr als bei der vorangegangenen Kommunalwahl. „Wir waren schon überrascht von diesem Ergebnis“, erzählt Lauer, die hauptberuflich als Physiotherapeutin tätig ist. „Im Grunde hatte ich mich vor der Wahl gar nicht damit auseinandergesetzt, Ortsvertrauensfrau werden zu können.“ Doch als es dann soweit war, nahm sie „die Herausforderung an“, wie sie selbst sagt.

Denn als „Ur-Beederin“, wie sie sich selbst nennt, liegt ihr der Ort spürbar am Herzen. Das merkt man zum Beispiel, wenn sie detailliert erklären kann, woher das Wasser aus dem „Beeder Brünnchen“ eigentlich kommt. Oder sie über die zahlreichen Vereine spricht, die den Ort prägen. „Mir macht es einfach Spaß, mit den Menschen hier vor Ort zu arbeiten“, so Lauer.

Einer der Gründe, wieso ihre Partei vor zweieinhalb Jahren so stark abschnitt, war ihrer Meinung nach eine gewisse „Lethargie“, die sich im Ort verbreitet hatte. „Die Menschen haben sich oft nicht mitgenommen gefühlt und waren deshalb sehr unzufrieden“, erklärt die Beederin. Und so kommt es wohl auch nicht von ungefähr, dass Lauer immer wieder ein Wort benutzt, wenn man über ihre politische Arbeit spricht: Transparenz. „Mir ist es wichtig, die Leute mitzunehmen und ihre Sorgen aufzugreifen“, betont Lauer im HOMBURG1-Gespräch immer wieder.

Lauer hat initiiert, dass das Gebiet rund ums „Beeder“ Brünnchen unter anderem mit einem Insektenhotel aufgewertet wurde. – Foto: Bill Titze

Es gibt wohl nur wenige Homburger Stadtteile, in denen das so wichtig erscheint, wie in Beeden. Denn dort stehen gleich zwei Großprojekte auf dem Programm, die die Menschen schon seit Jahren beschäftigen. Vor allem eines davon ist für Lauer ein weiterer Grund für den Wahlsieg der Grünen. „Die B423 neu sorgt weiterhin für großen Unmut im Ort“, sagt die Ortsvertrauensfrau mit Blick auf die schon lange geplante Umgehungsstraße, die die benachbarten Stadtteile Schwarzenbach und Einöd vom Verkehr entlasten soll. „Das ist in Zeiten der Verkehrswende ohnehin nicht mehr zeitgemäß“, findet Lauer. „Außerdem zeigen Messungen, das es durch diese Straße keine Entlastung geben wird.“

Doch die Umgehungsstraße ist nicht das einzige Verkehrsprojekt, das die Beeder bewegt. Denn in den nächsten Jahren steht die Reaktivierung der S-Bahn-Strecke nach Zweibrücken ins Haus, die bei Lauer für eine wahre „Flut an Mails und Telefonaten“ geführt habe. „Das Problem hierbei ist, dass der Haltepunkt in Beeden nicht dort entstehen soll, wo er früher war. Die Menschen wurden bei der Planung einfach nicht richtig mitgenommen“, zeigt Lauer Verständnis für den Ärger, selbst wenn sie die Reaktivierung selbst unterstützt. „Aber natürlich stecke ich da auch in einem Zwiespalt. Schließlich muss für die Elektrifizierung der Strecke auch viel Natur weichen.“ Hier müsse woanders dann Entlastung geschaffen werden, findet die Ortsvertrauensfrau.

Bei solchen Themen ist natürlich nicht nur die Kommunikation mit der Bevölkerung wichtig, sondern auch der Kontakt zur Verwaltung. Der sei am Anfang schwieriger gewesen. „Mittlerweile läuft das aber deutlich besser.“ Vielleicht auch ein Grund dafür, dass Lauer in den kommenden Wochen ein Projekt abschließen kann, das bereits zu Beginn ihrer Amtszeit an sie herangetragen wurde. Noch vor Ende Sommerferien soll ein Fußgängerüberweg mit Ampelanlage in Höhe des Alten Friedhofs entstehen. Der wird dann vermutlich nicht ganz so idyllisch wie die Anlage ums Beeder Brünnchen. Aber für die Kita- und Schulkinder wohl mindestens genauso wichtig.

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