Archiv-Foto: Marco Nehlig

Ob in Baden-Württemberg, NRW, Schleswig-Holstein oder bei uns im Saarland und auch in Blieskastel: die letzten Wochen waren stark geprägt von Unwetterwarnungen und Überflutungen aufgrund von Starkregen. In ganz Deutschland zeigt sich zurzeit ein erhöhtes Vorkommen dieser Ereignisse.

Starkregenereignisse können zu Sturzfluten führen mit teils verheerenden Folgen: zum Beispiel zu vollgelaufenen Kellern, eingestauten Häusern, überfluteten Straßen, einer überlaufenden Kanalisation oder zur Erosion der umliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Im Gegensatz zu einem Flusshochwasser kann bei einem solchen Ereignis jeder durch Überflutungen oder Sturzfluten betroffen sein, denn das Wasser fließt gewässerunabhängig ab. Aufgrund der schweren Vorhersagbarkeit dieser Ereignisse ist eine frühzeitige Einschätzung der prinzipiellen Gefahrenlage essenziell, sodass im Vorfeld bereits präventive Maßnahmen erfolgen können. Die Gemeinde Blieskastel gab deshalb im Frühling 2020 die Erstellung eines Starkregenvorsorgekonzeptes bei der itp Ingenieur GmbH in Auftrag.

Im Sommer letzten Jahres begann die Bearbeitung des Projektes, worauf im November und Dezember, nach der Erarbeitung der Basisdaten und Fließweganalyse, mehrere Ortsbegehungen zur Begutachtung kritischer Bereiche durch die itp Ingenieur GmbH mit wichtigen Vertretern der Gemeinde (Vertreter der Stadtverwaltung, Feuerwehr, Bauhof, Ortsvorsteher) durchgeführt wurden. Anschließend wurden hydrodynamische 2D-Simulationen durchgeführt und Starkregengefahrenkarten für das gesamte Stadtgebiet erstellt. Diese wurden Anfang Februar der Gemeinde zur Validierung ausgehändigt.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten mehrere öffentliche Termine nach hintenangestellt werden und die weitere Bearbeitung fokussierte sich zunächst auf die Risikoabschätzung der öffentlichen Gebäude. Da die derzeitige Covid Infektionslage nun wieder öffentliche Veranstaltungen zulässt, möchte die Stadt Blieskastel nun aber alle Bürger zu Informationsveranstaltungen in den einzelnen Stadtteilen einladen. Hier soll zum einen der aktuelle Stand der Projektbearbeitung vorgestellt werden, aber auch soll den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, ihr Wissen mit in die weitere Bearbeitung einfließen zu lassen.

Aber was genau umfasst ein solches Starkregengefahrenkonzept? Die Basis bilden die Starkregengefahrenkarten, diese werden anhand von topographischen Daten berechnet und zeigen die Überflutungsflächen, -tiefen und teilweise die  Fließgeschwindigkeiten für ein vorgegebenes Niederschlagsereignis an. Für einzelne öffentliche Gebäude werden Risikobewertungen bezüglich der Empfindlichkeit des Gebäudes und der Überflutungssituation durchgeführt. Im Bereich des Privatbesitzes gilt nach §5 WHG die allgemeine Sorgfaltspflicht und die Eigenverantwortung Betroffener geeignete Vorsorgemaßnahmen im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren zu treffen. Die Gemeinde bietet deshalb den Bürgern die Möglichkeit sich anhand der geplanten Informationsveranstaltungen über ihre eigene Situation zu informieren und ihr eigenes Risiko abzuschätzen, um mögliche Vorsorgemaßnahmen planen zu können. Nach Anfertigung der Starkregengefahrenkarten, der Risikobewertung und der Öffentlichkeitsarbeit wird ein Handlungskonzept erarbeitet, um bei zukünftigen Starkregenereignissen besser reagieren zu können und kritische Bereiche zu entschärfen.

Wie bereits erwähnt bieten die Bürgerworkshops den Bewohnern Blieskastels die
Möglichkeit sich über die Thematik Starkregen und Sturzfluten sowie über die potenzielle Überflutungssituation aufgrund von Starkregen zu informieren. Jede der geplanten Veranstaltungen soll ca. zwei Stunden dauern und die Situation in allen Ortsteilen Blieskastels aufschlüsseln. Neben einer allgemeinen Einführung ins Thema Starkregen und die Problematik, sollen die durch die itp Ingenieur GmbH berechneten Starkregengefahrenkarten sowie die durchgeführte Risikoanalyse vorgestellt werden. Eine an den Vortrag anschließende Diskussion und Auslage der erstellten Pläne gibt den Bürgern zusätzlich die Möglichkeit weitere Fragen zu äußern und zu besprechen.

Anschließend werden öffentliche Ortsbegehungen stattfinden, die nach Bedarf ausgerichtet werden.

Termine der Bürgerworkshops:

Ortsteile

Wann?

Wo?

Breitfurt, Blickweiler 27.07.2021   18.00 – 20:00 Uhr TH Breitfurt
Wolfersheim, Ballweiler, Wecklingen 28.07.2021   18.00 – 20:00 Uhr MZH Ballweiler
Aßweiler, Biesingen 29.07.2021   18.00 – 20:00 Uhr Hölschberghalle
Bierbach 03.08.2021   18.00 – 20:00 Uhr Pirminiushalle
Blieskastel-Mitte 04.08.2021   18.00 – 20:00 Uhr Bliesgaufesthalle
Niederwürzbach, Seelbach 05.08.2021   18.00 – 20:00 Uhr Würzbachhalle
Böckweiler, Altheim, Brenschelbach 24.08.2021   18.00 – 20:00 Uhr DGH (TH) Böckweiler
Webenheim, Mimbach 25.08.2021   18.00 – 20:00 Uhr MZH Webenheim
Lautzkirchen, Alschbach 26.08.2021   18.00 – 20:00 Uhr Halle Lautzkirchen

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiger negativer Corona-Test einer anerkannten Testinstitution (nicht älter als 24h). Jede Veranstaltung soll maximal 2 Stunden dauern, abhängig von der Diskussion. Anschließend können, je nach Bedarf, die öffentlichen Ortsbegehungen geplant werden

 

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