Wenn sich Anfang Juni 2026 die internationale Branche von Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz in Hannover trifft, will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zeigen, wohin sich der Schutz der Bevölkerung in Deutschland entwickelt. Auf der INTERSCHUTZ 2026, der Weltleitmesse der Branche, präsentiert die Bonner Bundesoberbehörde vom 1. bis 6. Juni einen Querschnitt moderner Einsatztechnik, neuer Versorgungskonzepte und Strategien für die zivile Verteidigung.
Die sicherheitspolitische Großwetterlage hat sich verschoben, und genau darauf zielt der Messeauftritt. „Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Neben Naturkatastrophen und Extremwetter rücken geopolitische Spannungen und hybride Bedrohungen zunehmend in den Fokus“, erklärt BBK-Präsidentin Grit Tüngler kurz vor Messebeginn. Das Amt wolle vorführen, wie zeitgemäßer Bevölkerungsschutz darauf reagiere: „praxisnah, technologisch innovativ und konsequent auf Resilienz ausgerichtet“.
Präsentiert wird das Konzept an gleich zwei Standorten: in Halle 17 am Stand D 42 sowie auf dem Freigelände an Stand E 64. Dort gruppiert das BBK seinen Auftritt um drei Leitlinien – den Schutz der Einsatzkräfte, die Verbesserung der Entscheidungsfähigkeit in komplexen Lagen sowie die Versorgung der Bevölkerung, wenn der Alltag aus den Fugen gerät.
Ein sichtbarer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit derjenigen, die im Ernstfall ausrücken. Vorgestellt werden unter anderem ballistische Schutzkomponenten, die zur ergänzenden Ausstattung des Bundes gehören. Ergänzend zeigt ein interaktives Dashboard, wie sich Erkenntnisse über das Verhalten der Bevölkerung in Krisensituationen in eine gezieltere staatliche Krisenkommunikation übersetzen lassen. Auf dem Freigelände demonstriert das Amt zudem das Zusammenspiel des CBRN-Erkundungswagens, der bei chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahrenlagen zum Einsatz kommt, mit einer digitalen Messleitkomponente zur Lageführung.
Welche Bedeutung die nüchterne Frage nach Wasser im Krisenfall bekommen kann, führt das BBK gemeinsam mit der kommunalen Feuerwehr Mülheim vor. Ihr modulares Schnelleinsatzsystem zur mobilen Trinkwassernotversorgung soll Bevölkerung und kritische Infrastrukturen versorgen, sobald die reguläre Wasserleitung ausfällt. Entwickelt wurde es entlang der Erfahrungen aus Einsätzen wie der Flutkatastrophe im Ahrtal – ein Lehrstück, das in die Konstruktion eingeflossen ist.
Neben Technik und Taktik rückt das Amt auch die Verantwortung jedes Einzelnen in den Blick. Am Stand erhalten Besucherinnen und Besucher Hinweise zu Bevorratung, richtigem Verhalten in Notlagen und persönlicher Vorsorge. Konkrete Tipps liefert der Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, der die abstrakte Idee der Eigenvorsorge in alltagstaugliche Schritte übersetzt.
Die Botschaft, die das BBK aus Hannover in die Fläche tragen will, ist dabei klar formuliert: Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz braucht moderne Technik, eine vorausschauende Organisation und eine Gesellschaft, die im Ernstfall handlungsfähig bleibt. Dafür ist das Amt mit inzwischen rund 800 Beschäftigten an fünf Standorten – Hauptsitz in Bonn-Lengsdorf, weitere Dienststellen in Bonn, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Berlin – als vierte Säule neben Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten im nationalen Sicherheitssystem verankert.

















