Bild: FC 08 Homburg

Der FC 08 Homburg reitet weiter auf einer Erfolgswelle: Zum ersten Mal seit 16 Jahren konnte man wieder in Pirmasens gewinnen und holte damit gleichzeitig den vierten Dreier in Serie. In einem äußerst schwachen Saarpfalz-Derby war es ein Missverständnis kurz vor Schluss, das den Weg zum goldenen Treffer ebnete.

Der Jubel nach 90 spannenden Minuten war riesig. Sowohl bei den mitgereisten Fans, die im Sportpark Husterhöhe mit ihren Gesängen Heimspielatmosphäre aufkommen ließen, als auch bei den Spielern, die mit ihren Anhängern ausgelassen die La Ola machten. Verständlich die Freude, schließlich konnten die Grün-Weißen nach 16 Jahren wieder einmal beim FK Pirmasens gewinnen. Dabei hatte es lange Zeit nicht unbedingt so ausgesehen.

Denn das Team von Trainer Timo Wenzel tat sich über weite Strecken des Derbys unheimlich schwer und schaffte es nur sehr selten, die Schuhstädter tatsächlich unter Druck zu setzen. Wenzel hatte im Vergleich zum Spiel gegen TSV Schott Mainz gleich dreimal gewechselt, brachte Jonas Scholz, Patrick Dulleck und Markus Mendler für Loris Weiß sowie die verletzten Seonghoon Cheon und Philipp Hoffmann. Doch diese Änderungen taten dem Team nicht unbedingt gut.

Sichtlich fehlte zum Beispiel die Dynamik eines Hoffmann, um die Pirmasenser vor größere Probleme zu stellen. Dazu kam noch, dass sowohl Mendler als auch Dulleck nicht ihren besten Tag erwischten. So war es auf einem schwer bespielbaren Rasen ein äußerst zäher Kick, der sich den rund 1000 Zuschauern bot. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld, viele Zweikämpfe und Fehlpässe prägten das Spielgeschehen. Ein wirklicher Spielfluss kam so nicht zustande, Chancen waren Mangelware. Wenn hatte die jedoch der FKP, der wie gewohnt leidenschaftlich kämpfte und insgesamt den etwas bissigeren Eindruck machte. So konnten die Gäste nach 30 Minuten von Glück sagen, dass es noch 0:0 stand. Zuvor hatten sowohl Arman Ardestani (25.) als auch Luka Dimitrijevic (31.) Großchancen für die Pfälzer liegen lassen. Beim FCH hatten lediglich Dulleck (10.) und Mendler (20.) kleinere Halbchancen.

Mit einem wenig ansehnlichen 0:0 ging es dann in die Pause. Und auch danach wurde es nicht besser. Im Gegenteil: nennenswerte Tormöglichkeiten gab es keine mehr. Den Homburgern fehlte die nötige Kreativität, um das Abwehrbollwerk der Heimelf ins Wanken zu bringen und den Hausherren ging mit zunehmender Spieldauer etwas die Puste aus. Im Grunde hatten sich wohl auch viele bereits auf ein torloses Remis eingestellt, als die Grün-Weißen doch noch zuschlugen.

Unter freundlicher Mithilfe des Lokalrivalen, bei denen Keeper Benjamin Reitz in einer eigentlich harmlosen Situation den Ball fallen fließ und daraufhin Marco Hingerl im Strafraum von den Beinen holte. Den fälligen Elfer verwandelte Mendler sicher zum Führungstreffer. Pirmasens hatte zwar durch den Ex-Homburger Konstantinos Neofytos noch einmal die Ausgleichschance, doch am Ende blieb es beim erlösenden 1:0 für die Gäste.

Dass es nicht gerade der beste Auftritt in dieser Saison war, dürfte den meisten spätestens beim Schlusspfiff egal gewesen sein. Im Vordergrund stand, dass man nach 12 Spielen in Folge ohne Sieg endlich wieder drei Punkte von der Husterhöhe mitnehmen konnte. Mit nunmehr 14 Punkten aus 9 Spielen sieht die Bilanz der Grün-Weißen nach einem missratenen Saisonstart auch wieder deutlich besser aus. Ganz nebenbei war es auch das zweite Spiel hintereinander ohne Gegentreffer. Beim FCH kann der Blick wieder vorsichtig nach oben gehen. Sollten die Grün-Weißen am Dienstag im Waldstadion gegen den Bahlinger SC wieder drei Punkte einfahren, könnte man ins obere Tabellendrittel vorrücken.

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