Bild: schaeffler.com
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Schaeffler hat den Deutschen Innovationspreis in der Kategorie „Großunternehmen“ gewonnen – und zwar für ein Konzept, das die Grenzen zwischen realer Fertigung und digitaler Simulation auflöst. Das sogenannte Industrial Metaverse des Herzogenauracher Technologiekonzerns vernetzt physische Produktionsanlagen mit virtuellen Abbildern und schafft damit die Grundlage für eine weitgehend autonome Fabrik. Die Auszeichnung, die jährlich von der WirtschaftsWoche gemeinsam mit Accenture, der BMW Foundation und O2 Telefónica unter Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums vergeben wird, würdigt Unternehmen, deren Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas auf globaler Ebene stärken.

Konkret handelt es sich bei dem preisgekrönten System um ein digitales Ökosystem, das dreidimensionale Modelle der Werke mit physikalisch realistischen Simulationen verknüpft. Integriert sind zudem die Steuerungssysteme autonomer Einheiten – von fahrerlosen Transportfahrzeugen über speicherprogrammierbare Anlagen bis hin zu humanoiden Robotern. Künstliche Intelligenz wertet dabei Sensordaten aus, erkennt Muster und leitet daraus konkrete Handlungsanweisungen ab. Roboter können ihre Bewegungsabläufe zunächst in der virtuellen Umgebung trainieren, bevor sie in der realen Produktion zum Einsatz kommen. Auf diese Weise lassen sich erstmals auch Prozesse automatisieren, die bislang als zu komplex oder wirtschaftlich nicht darstellbar galten.

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Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld ordnete die Bedeutung der Auszeichnung ein: „Mit dem Industrial Metaverse schaffen wir nicht nur ein digitales Abbild unserer Werke, sondern ein lernendes Ökosystem in der Fertigung, das dazu beitragen wird, unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.“ Mit der industriellen Nutzung von KI und dem Einsatz humanoider Roboter lege man die Basis für die Fabrik der Zukunft, so Rosenfeld weiter. Die Worte klingen nach Zukunftsmusik, doch das System ist bereits Realität: Zehn Schaeffler-Standorte arbeiten derzeit mit dem Industrial Metaverse. Bis 2030 soll die Technologie an der Hälfte aller weltweiten Werke des Konzerns implementiert sein.

Produktionsvorstand Jochen Schröder betonte vor allem die Skalierbarkeit des Ansatzes. Das Industrial Metaverse sei „weit mehr als ein Mittel zur Prozessoptimierung“, sagte er. Es fungiere als zentraler Ermöglicher für den breiten Einsatz humanoider Roboter, weil cyberphysische Systeme durch Physical AI bereits im virtuellen Raum schnell und effizient trainiert werden könnten. Damit ebne man den Weg für eine flexible Hochautomatisierung und steigere die Effizienz der weltweiten Serienproduktion. Hinter diesen Aussagen steht ein klares strategisches Kalkül: Schaeffler will seine Transformation vom klassischen Zulieferer zum datengetriebenen Technologieunternehmen beschleunigen.

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Der Deutsche Innovationspreis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für unternehmerische Innovationskraft in Deutschland. Dass er in diesem Jahr an ein Projekt geht, das physische Produktion und digitale Zwillinge so konsequent verschmilzt, setzt ein Signal für die gesamte Fertigungsindustrie. Schaeffler, mit rund 110.000 Beschäftigten an mehr als 250 Standorten in 55 Ländern eines der größten Familienunternehmen weltweit, positioniert sich damit an der Spitze einer Entwicklung, die weit über das eigene Unternehmen hinaus Wirkung entfalten dürfte. Die Frage, wie autonom Fabriken künftig arbeiten können, beantwortet der Konzern aus Herzogenaurach jedenfalls nicht mehr nur theoretisch – sondern mit einem System, das bereits in der Serienproduktion läuft.

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