Die Casar Drahtseilwerk GmbH mit Sitz in Kirkel-Limbach ist ein Hersteller von Stahlseilen und gilt als Weltmarktführer in ihrem Marktsegment.

Noch Mitte März 2020 haben Arbeitgeber und Betriebsrat eine Vereinbarung abgeschlossen, die die Anzahl neuer Auszubildenden für die Jahrgänge 2020 (3 Auszubildende), 2021 (3 Auszubildende) und 2022 (3 Auszubildende) regelt. An diese Vereinbarung will sich der Arbeitgeber, laut einer Mitteilung der IG Metall Homburg-Saarpfalz, nicht mehr halten. Im Jahr 2020 sollen keine Auszubildende eingestellt werden und für die kommenden Jahre habe der Arbeitgeber seine Ausbildungszusage auch zurückgenommen.

„Wir sehen keinen vernünftigen Grund, warum Casar in 2020 keinen Nachwuchs ausbilden will“, so Joaquin Moreno De La Cruz, Betriebsratsvorsitzender von Casar Drahtseilwerke Saar GmbH in Limbach. „Ganz im Gegenteil: Um dem demographischen Wandel in der Belegschaft entgegenzuwirken, braucht es eine gut ausgebildete Jugend“. Im Sommer 2018 wurden bei Casar zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder Auszubildende eingestellt. Fünf jungen Menschen wurde eine Perspektive geboten. Auch 2019 konnten weitere fünf Auszubildende begrüßt werden.

„Für uns als Betriebsrat ist die Berufsausbildung ein wertvolles Projekt für die Zukunft des Standortes. Mit Freude haben wir an der Gestaltung der Rahmenbedingungen mitgewirkt. Dass nach zwei Jahren Ausbildung nun wieder Schluss ist, kann ich nicht verstehen. Die Covid-19 Pandemie hat sich auf die Auftragslage bei Casar bisher noch nicht nennenswert ausgewirkt. Die Auftragslage ist stabil“.

„Unternehmen sind nie gut beraten, den Rotstift bei der Ausbildung anzusetzen. Denn die Ausbildung bildet die Zukunft“, so Gewerkschaftssekretär Martin Zimmer. „Die Betriebe im Betreuungskreis der IG Metall Homburg-Saarpfalz haben die Ausbildungszahlen in den letzten Jahren insgesamt deutlich erhöht. Dafür haben sich insbesondere die Betriebsratsgremien eingesetzt.“

„Wir wollen die Entscheidung des Arbeitgebers nicht einfach hinnehmen, wir brauchen den Nachwuchs dringend. Ausbildung ist auch ein gesellschaftlicher Auftrag: Jungen Menschen muss eine Perspektive gegeben werden und Casar kann sich diesem Auftrag nicht einfach so entziehen“, so Moreno und Zimmer entschlossen.

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