Karl Veith vom Kunstzentrum Veith (Mitte) erklärte Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas und IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé, wie es in seinem Laden läuft. Bild: Bill Titze.

Inflation, explodierende Energiepreise, Online-Handel – für stationäre Einzelhändler gab es wahrlich schon bessere Zeiten. Auch in Homburg haben Geschäfte mit der schwierigen Situation zu kämpfen, wie bei einem Rundgang mit Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft deutlich wurde. Helfen soll die Aktion „Heimat shoppen“, die am letzten Wochenende im ganzen Saarland stattfand.

„Corona hätten wir wirklich nicht gebraucht“, seufzt Jürgen Kasterka. Kasterka betreibt seit fünf Jahren die „Genusswelt Kaju’s“ direkt am Homburger Marktplatz. In dem kleinen Laden gibt es vor allem Whisky und andere Edelbrände zu kaufen, auch Tisch- und Bar-Accessoires sind im Angebot. Dinge, die derzeit bei vielen Bürgern vielleicht nicht unbedingt ganz oben auf der Einkaufsliste stehen, wie auch Kasterka weiß. „Was ich hier verkaufe, ist ein Luxusprodukt. Im Moment denken die Leute aber im Zweifel erst einmal an die nächste Tankfüllung.“

Da kommt es gerade recht, dass am Wochenende im ganzen Saarland die Aktion „Heimat shoppen“ stattfand. Diese soll die Menschen in die Innenstädte locken und auf die Angebote vor Ort neugierig machen. Dazu ließen sich die Läden einige besondere Angebote einfallen, auch die Stadt unterstützte die Aktion mit einem Gewinnspiel. Im Rahmen der Kampagne fand auch ein Rundgang mit Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft durch die Innenstadt statt.

Der kam eben auch bei „Genusswelt Kaju’s“ vorbei. Bei einem kleinen Whisky-Tasting versprach Bürgermeister Michael Forster daran zu arbeiten, die Innenstadt weiter aufzuwerten. „Auch den Marktplatz wollen wir in Zukunft noch stärker bespielen.“ Inhaber Kasterka dürfte das gerne hören, die Situation ist derzeit schließlich nicht leicht, auch wenn anscheinend nicht alles schlecht läuft. „Meine Stammkundschaft habe ich“, sagt er erleichtert.

Mit der Aktion „Heimat shoppen“ sollen Menschen in die Innenstädte gelockt werden. Bild: Bill Titze.

Die hat auch Karl Veith vom Kunstzentrum Veith, das einige Meter entfernt vom Marktplatz in der Karlsbergstraße beheimatet ist. Laut gebe es heutzutage kaum noch Gelegenheitskunden. „Hier kommen eher Leute her, die sich Kunst einfach leisten können. Mit 5 bis 10 Kunden mache ich heute so viel Umsatz wie früher mit 30.“ Seit vielen Jahren betreibt Veith das Geschäft, wenn es nach ihm geht, soll es auch noch ein paar Jahre weitergehen. Was nach ihm kommt, ist jedoch vollkommen offen, wie er Wirtschafts-Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas sowie dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK) erklärte. „Einen Nachfolger ist ganz, ganz schwer.“

Nicht auszuschließen also, dass irgendwann auch das Kunstzentrum Veith für immer seinen Türen schließen muss. Während das aber noch etwas dauern dürfte, ist die Situation bei anderen Läden im gesamten Bundesgebiet deutlich akuter. Denn die hohen Energiekosten sorgen fast überall für Existenzängste bei Einzelhändlern. Auch in Homburg sind die Ladenbesitzer beunruhigt, wie Dagmar von der städtischen Wirtschaftsförderung berichtet. „Da machen sich schon viele Gedanke. Gerade das Energie einsparen ab 22 Uhr ist da ein Thema.“ Viele könnten die Beleuchtung nämlich nicht einfach von heute auf morgen abschalten. In diesem Zusammenhang mache den Geschäftsleuten auch die Vorstellung einer dunklen Stadt Sorge. Da kam die Aktion Heimat shoppen gerade recht, die am Wochenende den ein oder anderen Besucher zusätzlich in die Innenstadt lockte. „Die Aktion sollte einfach noch einmal bewusst machen, wie viel Wertigkeit in den Vor-Ort-Geschäften steckt“, so Pfeiffer.

Vorheriger ArtikelTestament, lebzeitige Übergabe und Vorsorgeregelungen – Kursangebot des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises
Nächster ArtikelIntegrativer Stammtisch trifft sich wieder

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.