
Wer täglich im dichten Stadtverkehr unterwegs ist, merkt schnell, wie knapp der Platz zwischen Bordstein, parkenden Autos und Gegenverkehr werden kann. Besonders deutlich wird das beim Einparken: Ist nach langer Suche endlich eine Lücke gefunden, entscheidet oft die Fahrzeugwahl darüber, ob das Manöver gelingt oder abgebrochen werden muss. Vor diesem Hintergrund hat der ADAC nun ausgewertet, welche aktuellen Modelle sich im Alltag der Stadt am besten schlagen.
Für die Untersuchung hat der Club Daten aus seinem ADAC Autotest herangezogen und gezielt nach Kriterien gefiltert, die im urbanen Umfeld eine Rolle spielen. In die Stadttauglichkeits-Bewertung fließen nicht nur der Wendekreis, sondern auch Fahrzeuglänge und -breite, die Rundumsicht aus dem Cockpit sowie der Verbrauch im innerstädtischen Betrieb ein. Aus diesen Parametern ergibt sich eine Gesamtnote, die die Alltagstauglichkeit im Stadtverkehr abbilden soll.
Das Ergebnis bestätigt eine naheliegende Vermutung: Klein- und Kleinstwagen schneiden im Vergleich besonders gut ab. Kurze Radstände erleichtern das Rangieren und sorgen für einen kleinen Wendekreis. Teilweise setzen Hersteller in diesem Segment auf Hinterradantrieb, wodurch sich die Vorderräder stärker einschlagen lassen und enge Kurven oder Parklücken leichter zu bewältigen sind. An der Spitze des Rankings steht der Renault Twingo E-Tech mit einer Stadttauglichkeits-Note von 1,9.
Auf Platz zwei folgt der Honda e, der mit der Note 2,0 als einziger Kleinwagen in die Top 5 der Auswertung kommt. Den dritten Rang belegt der Smart forfour EQ, der auf eine Note von 2,2 kommt. Diese Modelle zeigen nach Einschätzung des ADAC, dass kompakte Abmessungen und auf den Stadtverkehr zugeschnittene Technik deutliche Vorteile bringen, wenn es um enge Straßen, knappe Parkräume und häufiges Anfahren und Bremsen geht.
Am anderen Ende der Skala finden sich vor allem große und lange Fahrzeuge. Besonders deutlich wird das bei Pickups, die konstruktionsbedingt oft einen sehr großen Wendekreis haben. Das liegt nicht nur an den üppigen Außenmaßen, sondern auch am häufig verbauten Allradantrieb, der den Lenkeinschlag der Vorderräder einschränkt. Ford Ranger Raptor und VW Amarok landen mit der Note 5,1 gemeinsam auf dem letzten Platz des Stadttauglichkeits-Rankings. Nur geringfügig besser schneidet die 7er-Reihe von BMW mit der Note 5,0 ab.
Der ADAC rät dazu, den späteren Einsatzzweck eines Autos schon vor dem Kauf genau zu bedenken. Wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist, sollte bei der Probefahrt gezielt auch enge Wendemanöver ausprobieren und den Wendekreis testen. Nach Einschätzung des Clubs kann ein zur Umgebung passendes Fahrzeug im Stadtverkehr viel Geld und Nerven sparen, etwa beim Parken oder beim Manövrieren in engen Straßen.
Gleichzeitig richtet der ADAC den Blick auf die Entwicklung des Marktes. Der Club beobachtet seit Jahren, dass die Modellvielfalt im kleinen Segment zurückgeht, während die Fahrzeuge insgesamt teurer werden. Aus Sicht des ADAC sollten Hersteller die kompakten, stadttauglichen Autos nicht aus dem Fokus verlieren, weil sie für viele Menschen im urbanen Raum eine praktische und vergleichsweise sparsame Lösung darstellen.
Weitere Details zur Untersuchung und zur vollständigen Auswertung der getesteten Modelle stellt der ADAC online zur Verfügung.




















