Die Ferraro-Bagger stehen bereits in den Startlöchern für den Abriss der alten DSD-Gebäude. Wann es konkret losgeht darüber gibt es noch keine konkreten Angaben. - Foto: Rosemarie Kappler

In Sachen DSD-Geländeentwicklung scheint es vorwärts zu gehen. Im Bereich zur Saarbrücker Straße hin stehen seit Wochen bereits schwere Baumaschinen und es hat den Anschein, dass sie nur auf ihren Einsatzbefehl warten. Sie gehören der in Neunkirchen ansässigen Ferraro-Group.

Nach Informationen unserer Redaktion wird das Unternehmen nicht nur für den Abriss der alten Industrieanlagen sorgen, sondern ist offenbar auch neuer Teilhaber oder Eigentümer des Geländes, das zuletzt die Saarbrücker Munitor Gruppe entwickeln wollte. Bestätigt hat das die Stadtverwaltung offiziell nicht. Eine schriftliche Anzeige eines Eigentümerwechsels liege noch nicht vor. Bestätigt wurden von der Stadt aber Gespräche mit Ferraro, ebenso, dass ihr der geplante Abriss angezeigt wurde. Ferraro selbst hat auf Anfrage mitgeteilt, dass das Unternehmen sich derzeit nicht zum Stand der Dinge äußern könne, es sei aber ein offizieller Pressetermin geplant.

Dass sich Ferraro möglicherweise über einen Abriss hinaus engagieren könnte zeigt sich daran, dass Giuseppe und Damiano Ferraro 2021 die HEG Homburger Entwicklungs Gesellschaft gründeten. Deren Unternehmenszweck: „Der Kauf und Verkauf von Grundstücken aller Art und deren Vermietung, Vermarktung und Verpachtung, insbesondere in der Kreisstadt Homburg/Saar, sowie die Beteiligungen an Firmen mit dem gleichen Zweck und allen Tätigkeiten die hierzu notwendig sind und die Beteiligung an Firmen aller Art“.

Im Februar hatte unsere Redaktion den Sachstand zum DSD-Gelände bei der Stadtverwaltung erfragt. In der schriftlichen Antwort hieß es: „Die letzten verfahrensnotwendigen Gutachten (hier: Fachgutachten Lärm zur Beeder Str. hin, Avifauna- und Fledermauskartierung und -auswertung) werden aktuell durch ein externes B-Plan-Büro eingearbeitet, dann kann die Offenlage mit öffentlichen Ratsbeschluss gestartet werden. Anschließend stünden im „best case“ auf dem Programm: Abwägung und Satzungsbeschluss, Abbruch, Altlastensanierung.“

Wie weit ist es nun inzwischen mit den Fachgutachten gediehen, die auch über den Tisch des Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz wandern müssen? Eine Anfrage an das zuständige Umweltministerium beantwortete die dortige Pressestelle so:

„Aus bodenschutzrechtlicher Sicht ist die Bearbeitung des Vorhabens noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen der gestuften Altlastenbearbeitung wurden dem LUA seit 2016 Ergebnisse von orientierenden sowie Detailuntersuchungen vorgelegt. Daraufhin wurde in 2021 der erste Entwurf eines Sanierungsplans aufgestellt und eingereicht. Dieser Sanierungsplanentwurf ist grundsätzlich angemessen und geeignet, eine Schutzgutgefährdung auf den Wirkungspfaden Boden-Mensch und Boden-Grundwasser sicher und nachhaltig zu unterbinden. Der Sanierungsplan befindet sich derzeit in Konkretisierung und Abstimmung hin zur Ausführungsreife. Vor einer jedweden Umsetzung baulicher Tätigkeiten auf dem betreffenden Gelände ist der Bodenschutzbehörde ein ausführungsreifer Sanierungsplan vorzulegen. Für den bevorstehenden Abriss der Gebäude liegt dem LUA ein aktuelles Gutachten zu den Vorkommen von Fledermäusen und Brutvögeln des Planungsbüros MILVUS GmbH vom 09.08.22 vor.“ Einen konkreten Maßnahmenbeginn nannte das Ministerium allerdings nicht.

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