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Das Saarland bleibt bei der ersten Ausschreibungsrunde für sogenannte Langzeitkapazitäten ohne Zuschlag. Diesen Befund nahmen die Saar-Grünen zum Anlass, um grundsätzliche Zweifel an der Energiestrategie der Landesregierung anzumelden. Für ihre Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2027, Anne Lahoda, wirft das am Dienstag veröffentlichte Ergebnis der Bundesnetzagentur vor allem eine Frage auf: Wie verlässlich sind die bisherigen Ankündigungen tatsächlich?

Im Zentrum steht dabei der Standort Ensdorf. Das ehemalige Kraftwerksgelände hat die Landesregierung wiederholt als Dreh- und Angelpunkt ihrer Energiepolitik ins Schaufenster gestellt. Doch auch Ensdorf ging in der aktuellen Runde leer aus. Ein Zuschlag blieb aus, und damit bleibt nach Lahodas Darstellung auch die Perspektive für den Standort unklar.

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„Die Landesregierung hat Ensdorf als zentralen Baustein ihrer Energiepolitik präsentiert“, erklärte Lahoda. „Heute zeigt sich, dass es für den Standort weiterhin keine Klarheit gibt.“ Besonders kritisch sieht sie die Rolle des vom Energiekonzern ENGIE geplanten Kraftwerksprojekts. Welchen Stellenwert dieses Vorhaben in der ersten Ausschreibungsrunde überhaupt eingenommen habe, sei nach wie vor offen. Ihre Forderung an die Verantwortlichen fällt entsprechend knapp aus: „Hier braucht es nun Transparenz.“

Aus dem Rückschlag leiten die Grünen eine grundsätzliche Richtungsentscheidung ab. Lahoda stellt dem Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, der auf den Neubau von Gaskraftwerken setzt, einen anderen Weg gegenüber. Statt in fossile Technologie zu investieren, solle die bereits vorhandene Infrastruktur in Ensdorf genutzt werden, um dort einen Standort für Speichertechnologien und weitere Zukunftsenergien aufzubauen.

Für die Grünen ist die Antwort eindeutig. „Langfristig tragfähige Energielösungen schaffen mehr Versorgungssicherheit, mehr regionale Wertschöpfung und machen uns unabhängiger von fossilen Importen und schwankenden Gaspreisen“, so Lahoda. Der Standort Ensdorf, so der Tenor der Partei, könnte damit weniger als Verlierer einer Ausschreibungsrunde dastehen, sondern vielmehr als Chance für eine andere energiepolitische Ausrichtung.

Ob und wie die Landesregierung auf die ausgebliebenen Zuschläge reagiert, dürfte in den kommenden Wochen zu einer der Debatten werden, die den Wahlkampf bis zur Landtagswahl 2027 prägen. Die Grünen jedenfalls haben mit ihrer Reaktion früh Position bezogen – und den Standort Ensdorf zu einem politischen Prüfstein erklärt.

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