Symbolbild Quelle: www.unionstiftung.de
Anzeige

Wie Deutschland sich an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert, ist längst kein ruhiges Terrain mehr. Forderungen nach einem Schlussstrich, geschichtsrevisionistische Töne und ein wachsender Streit über historische Verantwortung setzen den gesellschaftlichen Konsens unter Druck. Genau um diese Entwicklung geht es am Dienstag, den 10. November 2026, wenn die Union Stiftung in Saarbrücken zu einem Vortrag von Prof. Dr. Markus Linden einlädt.

Unter dem Titel „Erinnerungskultur unter Druck: Von Walser bis zur Berlinale“ nimmt der Politikwissenschaftler die Zuhörerinnen und Zuhörer ab 18.30 Uhr mit durch eine Debatte, die Deutschland seit Jahrzehnten begleitet. Im Kern steht die Frage, wie sich der Umgang mit der Vergangenheit verändert und welche politischen wie gesellschaftlichen Konflikte daraus entstehen.

Anzeige

Der Streit um die NS-Vergangenheit flammt in der Bundesrepublik immer wieder auf. Dabei geht es nicht allein um die Deutung dessen, was war, sondern ebenso um die Verantwortung, die daraus für die Gegenwart erwächst. Unterschiedliche Vorstellungen davon, was Erinnerung bedeuten soll, stellen den einst breiten Konsens zunehmend infrage.

Linden spannt in seinem Vortrag einen weiten Bogen: von der Kontroverse um den Schriftsteller Martin Walser bis zu jüngeren Auseinandersetzungen im Umfeld der Berlinale. Seine These dürfte für Diskussionsstoff sorgen. Denn er macht deutlich, dass die Erinnerungskultur nicht nur vom rechten Rand herausgefordert wird. Auch in progressiven Milieus würden inzwischen Positionen vertreten, die bisherige Grundsätze relativieren oder offen in Zweifel ziehen.

Als Referent bringt Linden eine fundierte wissenschaftliche Perspektive mit. Er lehrt als außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Trier und befasst sich dort mit politischer Kommunikation, Demokratietheorie, Repräsentation und gesellschaftlicher Polarisierung. Als Publizist meldet er sich regelmäßig zu aktuellen Kontroversen zu Wort.

Der Abend kreist letztlich um eine Frage, die weit über die Geschichtswissenschaft hinausreicht: Welche Bedeutung hat die Erinnerung an die deutsche Vergangenheit für die Demokratie von heute? Und wie verschiebt sich der gesellschaftliche Umgang mit Geschichte, wenn die politische Polarisierung zunimmt?

Anzeige

Die Veranstaltung findet im Haus der Union Stiftung in der Steinstraße 10 in 66115 Saarbrücken statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine vorherige Anmeldung wird gebeten.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein