Ein Punkt auf dem Bieberer Berg war ordentlich, gemessen am Spielverlauf aber erneut zu wenig. Der FC 08 Homburg hatte bei Kickers Offenbach einen Rückstand gedreht, führte bis in die Schlussphase – und kassierte in der 87. Minute doch noch den Ausgleich. Am Sonntag wartet nun das Heimspiel gegen die U23 des SC Freiburg. Für den FCH geht es dabei vor allem um Eines: endlich wieder drei Punkte zu holen.
Denn mit 16 Zählern ist Homburg nach dem Freitagsspiel auf Rang neun zurückgefallen. Vier Siege, vier Unentschieden und drei Niederlagen sind keine Bilanz, die nach elf Spieltagen grundsätzlich Alarm auslösen müsste. Zumal der FCH vor dieser Saison angesichts der starken Konkurrenz keineswegs mit dem realistischen Anspruch gestartet ist, um die Meisterschaft spielen zu müssen. Platz neun ist trotzdem schlichtweg zu wenig. Gerade weil sich die Regionalliga bislang ausgesprochen ausgeglichen präsentiert und nur wenige Punkte zwischen Mittelfeld und vorderen Plätzen liegen, bleibt der Eindruck hängen, dass Homburg aus seinen Möglichkeiten zu wenig macht. Zumal man für die Situation selbst verantwortlich ist.
Genau darin liegt derzeit die schwierige Bewertung. Die Tabelle liefert ein klares Bild – und das lässt sich nicht wegdiskutieren. Gleichzeitig haben in mehreren Partien einzelne Situationen darüber entschieden, dass Homburg heute im Mittelfeld steht und nicht deutlich weiter vorne. Späte Gegentore gegen Kassel und Offenbach, der vergebene Elfmeter gegen die Stuttgarter Kickers oder der aberkannte Treffer in Mannheim haben wichtige Punkte gekostet. Roland Seitz formuliert es inzwischen selbst deutlich. „Ich glaube, die Schallplatte ist immer die gleiche“, sagt der Trainer mit Blick auf die vergangenen Wochen. Seine Mannschaft mache im Prinzip gute Spiele, belohne sich aber nicht mit Siegen: „Wir verlieren zwar nicht, aber mit Unentschieden kommst du nicht weiter.“
Damit steht aktuell mindestens ebenso die Mannschaft in der Pflicht wie der Trainer, dessen Stuhl dem Vernehmen nach immer wackeliger wird. An Mentalität und Einsatz mangelte es in dieser Saison nur selten. Homburg hat mehrfach Rückstände aufgeholt, Spiele gedreht und sich auch bei starken Gegnern behauptet. Gleichzeitig gehört zur Wahrheit, dass nicht jeder Auftritt spielerisch überzeugt hat. Gerade im Umfeld wird bisweilen kritisiert, dass das Spiel trotz vorhandener Qualität zu wenig attraktiv und zu selten wirklich dominant wirkt. Entscheidend ist am Ende aber das Ergebnis. Und deshalb braucht der FCH vor allem eines: Punkte.
Mit Freiburg II wartet dabei kein dankbarer Gegner. Die Breisgauer haben ebenfalls 16 Punkte gesammelt, allerdings ein Spiel weniger absolviert. Vier Siege, vier Unentschieden und erst zwei Niederlagen sprechen für eine Mannschaft, die nur schwer zu schlagen ist. Auswärts ist die U23 in dieser Saison sogar noch ungeschlagen. Erst Tabellenführer Heilbronn-Freiberg brachte dem SCF zuletzt eine knappe 1:2-Niederlage bei. Seitz hält Freiburg derzeit sogar für die stärkste U-Mannschaft der Regionalliga. Der Kader verbindet junge Talente, die regelmäßig bei den Profis trainieren, mit reichlich Erfahrung. „U-Mannschaften stressen immer, U-Mannschaften geben nie auf“, sagt der FCH-Trainer. Dazu komme die individuelle Qualität und die Unberechenbarkeit bei Personal und System.
Für Homburg bedeutet das zunächst, die eigenen Probleme in den Griff zu bekommen. Wiederholt geriet die Mannschaft in dieser Saison in Rückstand, immer wieder kosteten Standards Gegentore. Marc Ehrhart nennt deshalb zwei einfache Vorgaben für Sonntag: möglichst nicht erneut einem Rückstand hinterherlaufen – und bei ruhenden Bällen konsequenter verteidigen. „Bei den Standards versuchen, immer gut zu verteidigen, an den Männern zu bleiben und am besten vorne wieder treffen“, sagt der Angreifer. Ehrhart war zuletzt einer der Spieler, die offensiv für positive Momente sorgten. Nach seinem Treffer in Offenbach steht er inzwischen bei zwei Toren in den vergangenen beiden Spielen. Entscheidend ist für ihn nun vor allem, dass die jüngsten Ergebnisse nicht zum Kopfproblem werden. „Jeder ist ein bisschen genervt“, räumt er ein. Die Mannschaft wisse aber, was sie könne. Wichtig sei, „dass es nicht so eine Kopfsache wird, sondern einfach frei spielen“.
Personell muss Seitz das Abschlusstraining abwarten. Neben den Langzeitverletzten Frederik Schumann und Jacob Roden sind ein bis zwei weitere Spieler angeschlagen. Roden hat inzwischen mit der Platzreha begonnen, für Sonntag kommt ein Einsatz aber noch zu früh. Ob El-Helwe weiter suspendiert ist oder zumindest in den Kader zurück kehrt ist aktuell nicht bekannt. Der Anspruch für Sonntag ist deshalb klar. Freiburg ist stark, auswärts ungeschlagen und vielleicht unangenehmer, als der Name „zweite Mannschaft“ vermuten lässt. Aber der FCH spielt zu Hause und hat gegen Kassel und Fulda bereits Punkte im Waldstadion liegen gelassen.
Seitz sagt es entsprechend deutlich: Gegen Freiburg müsse seine Mannschaft „Vollgas geben“. Es geht dabei nicht um eine Grundsatzentscheidung über die gesamte Saison. Aber sehr wohl darum, den Anschluss nach vorne nicht weiter zu verlieren und aus einer bislang ordentlichen, aber zu wenig ertragreichen Spielzeit wieder etwas mehr zu machen.




















