Quelle: Kreiskrankenhaus St. Ingbert / https://www.facebook.com/kkhigb
Anzeige

Das Kreiskrankenhaus St. Ingbert stellt sich für die Zukunft neu auf – und schaut dabei optimistisch nach vorn. Nach mehreren Gesprächen mit dem Land über die Umsetzung der Krankenhausreform rechnet die Klinikleitung damit, dass der Standort auch langfristig eine zentrale Aufgabe als wohnortnaher Versorger in der Region übernehmen wird. Für die Menschen im Saarpfalz-Kreis ist das eine Nachricht mit Gewicht.

Im Zuge dieser Planungen zeichnet sich ein geschärftes medizinisches Profil ab. Künftig sollen vor allem die Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation gestärkt werden. Im Gegenzug deutet der aktuelle Stand der Verhandlungen darauf hin, dass die Bereiche HNO und Wirbelsäulenchirurgie am Standort nicht fortgeführt werden. Endgültig entschieden ist dabei allerdings noch nichts – die Krankenhausplanung läuft weiter.

Anzeige

Landrat Frank John, der dem Aufsichtsrat des Trägers vorsitzt, wertet die Entwicklung als klares Zeichen für die Region. „Die bisherigen Gespräche mit dem Land geben uns Anlass zu großer Zuversicht“, sagt er. „Für uns ist entscheidend, dass die Menschen im Saarpfalz-Kreis auch künftig auf eine leistungsfähige medizinische Versorgung vor Ort vertrauen können.“ Zugleich eröffne sich die Chance, das Haus mit einem klaren Profil weiterzuentwickeln.

Die Orthopädie soll dabei zum Herzstück werden. Geplant ist ein umfassender endoprothetischer Schwerpunkt, dessen besondere Stärke in der engen Verzahnung mit Altersmedizin und geriatrischer Rehabilitation liegt. Gerade bei älteren Patientinnen und Patienten endet die Behandlung nicht mit der Operation, wie die Ärztliche Direktorin Dr. Claudia Meyer-Lang betont: „Eine neue Hüfte oder ein neues Knie ist bei einem älteren Menschen häufig nur ein Teil der Behandlung.“ Viele Betroffene bräuchten zusätzliche Unterstützung, um wieder mobil und selbstständig zu werden. Diese Kombination aus spezialisierter Orthopädie, Anästhesie, Internistik, Geriatrie und Reha wolle man als Markenzeichen ausbauen.

Auch technisch will das Krankenhaus einen Schritt nach vorn machen. Vorgesehen ist der Einstieg in robotikassistierte Operationsverfahren, besonders in der Endoprothetik. „Wenn wir die Orthopädie zu einem Schwerpunkt unseres Hauses entwickeln, wollen wir auch technologisch einen Schritt nach vorne machen“, erklärt Geschäftsführer Zwirner. Medizinische Erfahrung, spezialisierte Teams und moderne Technik sollen so zusammenkommen – auch, um den Standort für Fachkräfte und Patienten attraktiver zu machen.

Anzeige

Hinter all dem steht eine langfristige Strategie, die schon vor Jahren begann: der schrittweise Umbau zu einem Gesundheitscampus für Altersmedizin mit orthopädischem Schwerpunkt. Ambulante und stationäre Angebote, Orthopädie, Geriatrie und Rehabilitation sollen enger ineinandergreifen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik des Saarlandes sowie neue Versorgungsformen wie die mobile geriatrische Reha „Reha Zuhause“, bei der Teams direkt zu den Patienten nach Hause kommen.

Besonderes Augenmerk legt die Leitung auf die Beschäftigten der wegfallenden Bereiche. Für sie sollen nach Möglichkeit Weiterbeschäftigungsperspektiven am Standort geschaffen werden, erste Gespräche mit anderen Trägern laufen bereits. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung frühzeitig informiert. „Wir wollen offen sagen, was wir wissen, was sich abzeichnet und was noch nicht entschieden ist“, sagt Pflegedirektorin Margit Damm. Für die nötigen Investitionen sieht Landrat John ausdrücklich auch das Land in der Pflicht. „Krankenhausreform bedeutet Veränderung“, fasst Zwirner zusammen. „Unsere Antwort darauf ist nicht Stillstand, sondern ein klares Profil.“

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein