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Wer beim Kauf eines rezeptfreien Medikaments zur Entscheidung kommt, verlässt sich vor allem auf zwei Dinge: die eigene Erfahrung und das fachkundige Wort aus der Apotheke. Das ist das Kernergebnis einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland, die der Verband anlässlich seines ersten Selbstmedikations-Summits in Berlin vorgestellt hat. Werbung, Online-Bewertungen oder gar Empfehlungen von Influencern spielen dagegen praktisch keine Rolle.

Unter dem Titel „Selbstverständlich Selbstmedikation“ versammelte die Veranstaltung am 23. September Stimmen aus Politik, Wissenschaft, Medien und Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eigenverantwortliche Behandlung und Prävention dazu beitragen können, knappe medizinische Ressourcen gezielter einzusetzen und die Versorgung langfristig bezahlbar zu halten.

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Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild. Für rund 48,7 Prozent der Befragten ist die eigene Erfahrung ausschlaggebend, dicht gefolgt von der Beratung in der Apotheke mit 38,8 Prozent und der ärztlichen Empfehlung mit 35,4 Prozent. Der Preis rangiert mit 28,0 Prozent erst dahinter. Werbung erreicht magere 1,9 Prozent, Influencer-Tipps kommen auf verschwindende 0,6 Prozent.

Für Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, sind diese Befunde mehr als eine reine Momentaufnahme. „Die Ergebnisse sind ein politischer Auftrag“, betonte sie. „Wer Selbstmedikation stärkt und die Kompetenz der Apotheken besser nutzbar macht, macht die Versorgung sicherer, wohnortnäher und entlastet Arztpraxen dort, wo eine ärztliche Behandlung weniger erforderlich ist.“ Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, von der Verfügbarkeit rezeptfreier Arzneimittel bis zu tragfähigen Strukturen für Beratung und neue Leistungen.

Auffällig ist die Treue zur Apotheke vor Ort. Nahezu jeder Zweite kauft rezeptfreie Präparate am liebsten dort, 26,0 Prozent greifen zur Versandapotheke, gut jeder Zehnte zum Drogeriemarkt. Wenn Beratung gefragt ist, führt kein Weg am persönlichen Gespräch vorbei: 47,5 Prozent bevorzugen es, während digitale Kanäle wie ein rund um die Uhr verfügbarer Chat mit 1,2 Prozent kaum ins Gewicht fallen.

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Hinter dem Informationsbedürfnis verbirgt sich vor allem ein Sicherheitsbedürfnis. Rund 37,3 Prozent wünschen sich mehr Aufklärung über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, 32,0 Prozent über Nebenwirkungen und Risiken, 18,7 Prozent möchten wissen, wann ein Arztbesuch unumgänglich wird. Emotional ist die Apotheke fest verankert: Vertrauen ist mit 31,5 Prozent das häufigste Gefühl beim Betreten, bei Menschen ab 65 Jahren steigt dieser Wert sogar auf 38,3 Prozent.

Darüber hinaus sehen viele Befragte in der Apotheke einen Ort für zusätzliche Gesundheitsleistungen. Mehr als ein Drittel kann sich Impfungen vorstellen, 32,9 Prozent eine Impfberatung, knapp 30 Prozent Blutuntersuchungen und 28,7 Prozent eine Analyse des eigenen Medikationsplans. Für den Verband sind das klare Signale, dass die Apotheke als niedrigschwellige Anlaufstelle noch längst nicht ausgereizt ist.

Die Daten stammen aus einem kontinuierlichen Live-Monitoring, das Civey seit Januar 2025 im Auftrag von Pharma Deutschland durchführt. Für die aktuelle Auswertung wurden 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befragt. Pharma Deutschland vertritt als mitgliederstärkster Branchenverband der Pharmaindustrie rund 400 Unternehmen mit etwa 80.000 Beschäftigten.

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