Aus einer guten Idee im Hörsaal oder Labor ein tragfähiges Unternehmen zu machen – dieser Weg soll für Studierende und Forschende im Saarland künftig leichter werden. Das saarländische Wirtschaftsministerium stellt für das Projekt „Impuls 2.0“ in den kommenden drei Jahren rund 3,23 Millionen Euro bereit. 60 Prozent der Summe stammen aus Landesmitteln, die übrigen 40 Prozent aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Getragen wird das Vorhaben gemeinsam von Triathlon an der Universität des Saarlandes und der fitt gGmbH an der htw saar. Ziel ist es, junge Talente früh für das Gründen zu begeistern und sie über den gesamten Prozess hinweg zu begleiten – von der ersten Idee bis zum fertigen Unternehmen.
Wirtschaftsminister Jürgen Barke betont die Bedeutung der Hochschulen als Ideenschmieden: „An unseren Hochschulen entstehen jeden Tag neue Ideen, Technologien und Lösungen. Wir wollen noch mehr davon in erfolgreiche Unternehmen übersetzen und dafür sorgen, dass aus klugen Köpfen auch mutige Gründerinnen und Gründer werden.“ Mit dem Geld schaffe man ein starkes Angebot, das von der ersten Idee über die Teamentwicklung bis zum Markteintritt reiche und Innovationen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft trage.
Anders als klassische Gründungsförderungen setzt „Impuls 2.0“ schon vor der konkreten Geschäftsidee an. Studierende und Forschende sollen zunächst für unternehmerisches Denken sensibilisiert werden. Ein größeres Gewicht liegt dabei auf der persönlichen Entwicklung: Kreativität, Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, funktionierende Teams zusammenzustellen, rücken stärker in den Mittelpunkt.
Strukturiert ist das Programm entlang des gesamten Gründungswegs. Im „Founders Track“ eignen sich Interessierte grundlegende Fähigkeiten an und entwickeln erste Ideen. Für technologieorientierte Teams folgt das dreimonatige Intensivprogramm „Startup Launchpad“, in dem Workshops, Coachings und Mentoring die Vorbereitung auf den Markteintritt begleiten. Besonders vielversprechende Teams können anschließend zu SouthwestX wechseln, der Startup Factory im Südwesten. Für das „Most promising Startup“ des abschließenden Demo Days stellt SouthwestX über den „Saar-Inkubator“ eine Pre-Inkubation im Wert von 10.000 Euro bereit – mit der Option auf eine Voll-Inkubation von bis zu 100.000 Euro.
Michael Jung, Geschäftsführer von Triathlon, sieht in dem Projekt einen wichtigen Lückenschluss. „Impuls 2.0 hilft uns, Gründungspersönlichkeiten noch früher und gezielter zu entwickeln“, sagt er. Man unterstütze Talente dabei, Ideen zu konkretisieren, Teams zu bilden und selbstbewusst den Weg zur eigenen Gründung zu gehen. Das Projekt schließe die Lücke zwischen der Ausbildung an der Universität und den Angeboten der Startup Factory SouthwestX.
Mirjam Schwan, Geschäftsführerin der fitt gGmbH, hebt den praxisnahen Anspruch hervor. Für die Gründungsaktivitäten an der htw saar sei das Vorhaben ein wichtiger Baustein, um praxisnahes Wissen mit unternehmerischer Haltung zu verbinden. Man begleite Studierende und Forschende – ausdrücklich auch jene mit internationalem Hintergrund – dabei, ihre Ideen in tragfähige Gründungen zu überführen.
Die Universität des Saarlandes unterstützt bereits seit 1995 Gründerinnen und Gründer aus der Wissenschaft. Diese Erfahrung wurde 2023 in der Einrichtung Triathlon gebündelt. Über die Jahrzehnte entstanden so mehr als 550 Unternehmensgründungen mit rund 4.000 Arbeitsplätzen. Im Schnitt betreut das Team jährlich 120 Gründungsvorhaben, aus denen etwa 30 tatsächliche Gründungen hervorgehen.



















