Europas digitale Infrastruktur steht vor einem Generationswechsel – und fünf Branchenverbände aus Deutschland, Schweden und Dänemark wollen verhindern, dass dieser ins Stocken gerät. In einem gemeinsamen Aufruf fordern sie einen verlässlichen und investitionsfreundlichen Fahrplan für die Abschaltung der alten Kupfernetze und den Umstieg auf reine Glasfaser. Vorgelegt wurde die Erklärung am 30. September 2026 in Brüssel.
Hinter der Initiative stehen der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie die Swedish Local Fibre Alliance und die Fibre Alliance Denmark. Unterstützt werden sie von 14 weiteren europäischen Mitunterzeichnern aus dem kommunalen Bereich, der Wirtschaft und dem Energie-, Digital- und Infrastruktursektor.
Die Verbände richten ihre Vorschläge direkt an die laufenden Verhandlungen zum Digital Networks Act (DNA). Für sie ist klar: Wer die Kupfernetze abschaltet, legt nicht bloß veraltete Technik still. Der Wechsel zu Glasfaser gilt ihnen als strategischer Schlüssel für ein leistungsfähiges und widerstandsfähiges Netz – und damit als Voraussetzung für Europas digitale Wirtschaft, technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Bühne.
Genau hier sehen die Unterzeichner den DNA als entscheidende Chance. Sie appellieren an die politischen Entscheidungsträger auf EU-Ebene, einen objektiven und regelbasierten Rahmen für die Kupferabschaltung zu schaffen und die technischen Details der Umsetzung möglichst früh festzulegen. Ausschlaggebend für den Start des Prozesses soll dabei die tatsächliche Verfügbarkeit von Glasfaser sein, gekoppelt an einen ambitionierten Schwellenwert für die Ausbauquote, die sogenannten Homes Passed.
Dabei geht es den Verbänden nicht nur um Tempo, sondern um Ausgewogenheit. Ein gut gesteuerter Übergang müsse die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso berücksichtigen wie die aller Marktteilnehmer. Zugleich warnen sie vor den Kosten des Zögerns: Jede Verzögerung verlängere den ineffizienten Parallelbetrieb beider Netze und untergrabe jene Investitionssicherheit, ohne die der weitere Ausbau kaum voranschreiten könne.
So verstehen die Initiatoren den Umstieg letztlich weniger als technisches Projekt denn als Frage der Planbarkeit, des richtigen Zeitpunkts und verlässlicher Rahmenbedingungen. Mit ihrer Erklärung wollen sie konkrete Impulse in die europäische Debatte tragen und deutlich machen, welchen Stellenwert reine Glasfasernetze für die digitale Zukunft des Kontinents haben.



















