Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) stellt sich gegen die von der Bundesregierung angekündigte Kürzung des Wohngeldes. In seiner jetzigen Form lehne der Verband das Vorhaben ab – und begründet das mit den sozialen Folgen für jene Menschen, die trotz eigener Arbeit finanziell kaum über die Runden kommen.
Gerade für erwerbstätige, aber einkommensschwache Haushalte sei das Wohngeld eine entscheidende Stütze, um die Miete zu stemmen. Angesichts knappen Wohnraums, steigender Mieten und hoher Energiekosten gewinne diese Hilfe eher an Bedeutung, als dass sie überflüssig werde, argumentiert der BKU.
In Zahlen ausgedrückt zeigt sich das Ausmaß der geplanten Reform: Rund fünf Milliarden Euro flossen 2025 bundesweit in das Wohngeld. Künftig sollen etwa 1,5 Milliarden Euro eingespart werden, indem Leistungen gekürzt und Einkommen stärker angerechnet werden. Die Folge wäre, dass viele Empfänger ihren Anspruch komplett verlieren.
Doch damit ende die Kette nicht, wie der Verband betont. An den Wohngeldanspruch seien Kinderzuschläge geknüpft – und über diese wiederum der Zugang zu Schulessen, Schülerbeförderung, Klassenfahrten und Lernförderung. Familien mit geringem Einkommen träfe die Reform daher besonders hart, während der Bezug von Leistungen in der Grundsicherung weiterhin möglich bliebe.
Besonders kritisch sieht der BKU die absehbaren Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit. Vor allem Mütter würden dazu bewegt, „nichts mehr dazuzuverdienen, da sie am Ende sonst weniger im Portemonnaie hätten“. Das verschärfe den ohnehin drängenden Arbeitskräftemangel im Niedriglohnsektor zusätzlich.
Statt in Beschäftigung zu bleiben, würden nach Einschätzung des Verbandes gerade einkommensschwache und kinderreiche Familien in die Grundsicherung gedrängt. Das Wohngeld sei „ein wichtiges Instrument im Sinne der Katholischen Soziallehre, Menschen zu ermöglichen, aus eigener Erwerbstätigkeit sich und die Familie zu ernähren“, heißt es aus dem Verband.
Zudem trage die Leistung der schwierigen Wohnsituation Rechnung, wie sie sich vor allem in den Städten zeige. Eine Abschaffung wäre daher „sowohl beschäftigungsfeindlich als auch familienfeindlich“, so das abschließende Urteil des BKU. Der Verband vereint seit mehr als 75 Jahren Unternehmer und Führungskräfte, die sich für eine an der Katholischen Soziallehre orientierte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung einsetzen.




















