silver and red bullet train
Symbolbild - Foto: Markus Winkler
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Wenn die Bahnstrecke zwischen Saarbrücken und Ludwigshafen in den Jahren 2028 und 2029 saniert wird, steht für das Saarland mehr auf dem Spiel als ein paar Wochen Baulärm. Die geplanten Vollsperrungen könnten die einzige direkte ICE-Anbindung Saarbrückens an den Fernverkehrsknoten Mannheim über Monate lahmlegen – und damit den Anschluss an das bundesweite Hochgeschwindigkeitsnetz sowie an die internationale Verbindung nach Paris. Genau davor warnen die Grünen im Saarland und fordern rasches Handeln.

Im Zentrum steht der Ruf nach einem Spitzengespräch. „Wir fordern Verkehrsministerin Petra Berg auf, kurzfristig ein Spitzengespräch mit dem Vorstand der Deutschen Bahn einzuberufen“, erklärt Jeanne Dillschneider, Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Grünen im Saarland. Am Ende dieser Runde solle ein verbindliches Konzept stehen, das die Erreichbarkeit des Landes während der gesamten Bauzeit garantiert.

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Dass die Strecke grundsätzlich saniert werden muss, stellt niemand infrage. „Die Generalsanierung ist richtig und notwendig“, betont Dillschneider. Sie dürfe jedoch nicht zulasten der Mobilität der Menschen und der Wettbewerbsfähigkeit des Landes gehen. Tausende Pendlerinnen und Pendler sind täglich auf die Verbindung angewiesen, ebenso wie Reisende, die über Mannheim in den Rest der Republik gelangen.

Die Grünen haben konkrete Vorstellungen davon, was ein solches Gespräch leisten müsste. Vollsperrungen sollen auf das absolut Nötige begrenzt werden, Bauarbeiten möglichst bei rollendem Rad stattfinden. Für den ausfallenden Fernverkehr fordert die Partei direkte Expressbusse zwischen Saarbrücken und Mannheim, ergänzt um Zwischenhalte in Homburg und Kaiserslautern. Auch die Pariser Verbindung soll erhalten bleiben – mit mindestens einem Zugpaar morgens und abends, notfalls ab Forbach.

Daneben mahnen die Grünen einen hochwertigen Ersatzverkehr an: zuverlässige und barrierefreie Busse, gute Fahrgastinformation, WLAN sowie eine Beschleunigung des Busbetriebs. Ausweichstrecken Richtung Frankfurt oder Köln dürften während der Sperrung nicht zusätzlich belastet werden, und auch für den Schienengüterverkehr müssten leistungsfähige Umleitungen bereitstehen. Mittelfristig soll die vollständige Elektrifizierung der Nahestrecke vorangetrieben werden, um die einseitige Abhängigkeit von der Mannheim-Verbindung zu überwinden.

Einen entscheidenden Punkt sieht Lisa Becker, Vorsitzende der Grünen Saarpfalz, in der frühzeitigen Abstimmung mit allen Betroffenen. Sie appelliert an Landesregierung und Deutsche Bahn, die Planungen rechtzeitig mit den direkt betroffenen Kommunen Saarbrücken, St. Ingbert, Kirkel und Homburg sowie mit Wirtschaft und Fahrgastverbänden zu koordinieren. „Die Deutsche Bahn investiert Milliarden in die Infrastruktur. Das begrüßen wir ausdrücklich“, so Becker. Ebenso selbstverständlich müsse aber sein, dass die Erreichbarkeit des Saarlandes während der Bauzeit gewährleistet bleibe.

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Für beide Politikerinnen ist klar: Gelingen kann die Generalsanierung nur, wenn Land und Bahn jetzt gemeinsam Lösungen vereinbaren – und nicht erst kurz vor dem ersten Spatenstich. „Dafür braucht es jetzt politische Führung und verbindliche Zusagen“, fasst Becker zusammen. Nur so lasse sich verhindern, dass das Saarland über Jahre vom Fernverkehr abgeschnitten werde.

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