Wer einen Lastwagen möglichst schnell wieder auf die Straße bringen will, braucht in der Werkstatt vor allem eines: passende Teile und verlässliche Technik. Genau hier setzt Bosch mit einer breiten Palette an Neuheiten an, die das Unternehmen auf der Automechanika 2026 zeigt. Der Zulieferer aus Karlsruhe erweitert sein Angebot für Nutzfahrzeuge quer durch die Bereiche Bremsen, Filtrierung, Scheibenwischer, Lenkung und Nebenantriebe.
Der rote Faden hinter den Neuerungen ist die Nähe zur Erstausrüstung. „Als langjähriger Partner weltweiter Nutzfahrzeughersteller verfügen wir über umfassende Erfahrung aus der Erstausrüstung. Dieses Know-how bringen wir gezielt in den Aftermarket ein“, erklärt Carsten Kopp, Mitglied des Bereichsvorstands Bosch Mobility Aftermarket. Ziel sei es, Werkstätten dabei zu helfen, Reparaturen effizient auszuführen und Fahrzeuge rasch wieder einsatzbereit zu machen.
Bei den Bremsen bringt Bosch ein neues Programm an Scheibenbremsbelägen für Lkw, Anhänger und Busse auf den Markt. Für die Betriebe bedeutet das weniger Aufwand bei der Beschaffung, weil eine hohe Fahrzeugabdeckung aus einer Hand kommt. Die Beläge sollen Reibwert, Komfort und Verschleiß in Balance halten, eine spezielle Oberflächenbeschichtung verkürzt zudem die Einfahrzeit. Ergänzend kommen zwei neue Urea-Filter für AdBlue-Einspritzsysteme von Fremdherstellern hinzu, die etwa im Mercedes-Benz Actros sowie in Fahrzeugen von DAF und Scania zum Einsatz kommen und die Einspritzventile vor Verunreinigungen schützen.
Deutlich technischer wird es beim Thema Lenkung. Das elektrohydraulische System Servotwin verbindet die bewährte Servocom-Lenkung mit elektrischer Unterstützung und schafft damit die Grundlage für zusätzliche Assistenzfunktionen und automatisierte Fahrmanöver. Notlenkfunktionen lassen sich so ohne zweiten hydraulischen Kreis umsetzen. Hinzu kommen elektrohydraulische Hinterachslenkungen, die großen Fahrzeugen mehr Wendigkeit verleihen und das Rangieren auf engem Raum erleichtern. Eine Steuerung berechnet dabei den nötigen Einschlag der Hinterachse, ein Elektromotor erzeugt den erforderlichen Öldruck. Verfügbar sind die neuen Komponenten ab August 2026.
Auch bei den Details rund um Sicht und Antrieb legt Bosch nach. Das Aerotwin J.E.T-Blade-Programm wächst ab September 2026 um weitere Set-Varianten und Wischerlängen. Bei dieser Technik gelangt die Waschflüssigkeit über integrierte Düsen direkt vor das Wischblatt, was störenden Sprühnebel verringert und die Sicht sofort verbessert. Ab November 2026 folgt zudem ein erweitertes Programm für Nebenantriebskomponenten mit neuen Spann- und Umlenkrollen sowie zusätzlichen Keilrippenriemen, ausgelegt auf hohe Belastungen und lange Einsatzzeiten.
Eine tragende Rolle spielt weiterhin die Diagnosesoftware ESI[tronic] für Truck und Off-Highway. Die modulare Lösung bündelt Herstellerdaten, Wartungsinformationen, Reparaturanleitungen und Schaltpläne und deckt nach Angaben des Unternehmens mehr als 18.000 Fahrzeugmodelle von über 600 Marken ab. Funktionen wie der Secure Diagnostic Access öffnen den Zugriff auf geschützte Fahrzeugelektronik, im Zusammenspiel mit dem KTS Truck-Diagnosemodul lassen sich Ausfallzeiten reduzieren. Mit diesem Zusammenspiel aus Ersatzteilen, Diagnosetechnik, Werkstattausrüstung und digitalen Diensten will sich Bosch als umfassender Partner der Betriebe positionieren.
















