Mit einem klaren Votum hat die Linke im Saarland ihre Weichen für die Landtagswahl 2027 gestellt. Auf der Mitgliederversammlung in der Stadthalle St. Ingbert wählten die rund 190 Anwesenden Florian Spaniol aus Homburg mit 93 Prozent der Stimmen an die Spitze der Landesliste. Der Spitzenkandidat ließ in seiner Bewerbungsrede keinen Zweifel daran, mit welchen Themen die Partei in den Wahlkampf ziehen will: Transformation, Sozialpolitik und Bildung.
Spaniol versteht die Linke als Partei an der Seite der Industriebeschäftigten und Gewerkschaften, der Sozialverbände und all jener, die im Bildungsbereich gegen ausbleibende Investitionen und Kürzungen ankämpfen. Besonders scharf griff er die Bundesregierung unter Friedrich Merz an. Mit der Senkung der Körperschaftssteuer würden Milliarden an Wohlhabende verschenkt, während eine Vermögenssteuer weiter blockiert werde. Diese, so seine Rechnung, könnte dem Saarland jährlich über eine Milliarde an zusätzlichen Einnahmen bescheren.
Auch beim Thema Bildung wurde Spaniol deutlich. Statt einer Zwangsgebühr von 160 Euro pro Schüler für die sogenannte Medienausleihe brauche es längst kostenfreie Schulmaterialien und ein kostenfreies Mittagessen an den Schulen. „Wir müssen die Bildungskrise dringend beenden“, erklärte er. Flächendeckende Schulsozialberatung, multiprofessionelle Teams, kleinere Klassen und eine gut finanzierte Infrastruktur müssten endlich zum Standard werden. Die SPD-Alleinregierung habe in fünf Jahren alle Chancen gehabt, es aber versäumt, die notwendigen Schritte zu gehen.

Hinter Spaniol formiert sich ein Team mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Auf Platz zwei wählten die Mitglieder Cornelia Kreuter aus Spiesen-Elversberg, eine langjährige Kommunalpolitikerin mit sozial- und seniorenpolitischem Profil. In ihrer Rede mahnte sie, das soziale Netz für ältere Menschen, für Menschen in Armut und für Frauen müsse dringend besser finanziert und ausgebaut werden.
Den dritten Listenplatz belegt die Pädagogikstudentin Farida Boukari aus Saarbrücken, die die Rolle der Linken als Kraft gegen den Rechtsruck in den Vordergrund stellte. Ihr folgt auf Rang vier Cemal Kaya aus Neunkirchen, der als Stahlarbeiter und Gewerkschafter vor allem die Perspektiven der Beschäftigten in der saarländischen Industrie einbrachte.
Die weiteren Plätze gingen an Kerstin Haas, Stephan Rolles, Marie Maurer, Volker Stumpf, Tatjana Thinnes, Daniel Körner, Iris Lachmund, Ismael Özgüc, Jessika Schatt und Udo Reden-Buschbacher. Sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten wurden mit großer Mehrheit bestätigt. Spaniols Fazit fiel kämpferisch aus: „Wir gehen geschlossen und entschlossen wie nie in diesen Wahlkampf. Die Linke im Saarland ist wieder voll da.“

















