Foto: SOD / Sascha Klahn
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Wenn in der Saarbrücker Congresshalle die Kommandos „Hantel geladen – Beugen – Ablegen“ durch den Saal hallen, dann stehen zwei Menschen besonders dicht am Geschehen: Swati Tikku und Robin Wurdinger sichern beim Kraft-Dreikampf der Special Olympics Nationalen Spiele jeden Versuch ab, bereit, im Notfall einzugreifen. Sie gehören zu den mehr als 3.100 Ehrenamtlichen, die Deutschlands größtes Multisport-Event für Menschen mit geistiger Behinderung in diesem Jahr überhaupt erst möglich machen.

Die Stimmung an der Hantelbank ist konzentriert und zugleich euphorisch. Sportler stemmen 60, 90, manchmal mehr als 100 Kilogramm auf die Schultern, gehen in die Kniebeuge, richten sich wieder auf. Gerät jemand ins Wanken, sind Swati und Robin sofort zur Stelle. Ist ein Versuch geschafft, klatschen sie Beifall, und der gesamte Saal stimmt mit ein. Zwischen den Durchgängen wechseln die beiden die Gewichte. „Die sind ziemlich schwer. Robin nimmt die großen Metallscheiben und ich die leichteren“, erzählt Swati. Ihr Fazit nach der ersten Runde fällt ehrlich aus: „Puh, das ist ganz schön anstrengend.“

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Beide sind sogenannte Corporate Volunteers. Ihre Arbeitgeber – Adidas und s.Oliver – zählen zu den insgesamt 20 Unternehmen, die die Spiele im Saarland auf diese Weise unterstützen. Mehrere Tage lang dürfen die Mitarbeitenden Erfahrungen sammeln, die sie anschließend zurück in ihre Firmen tragen sollen. Inklusion soll so nicht nur als Wert formuliert, sondern erlebt und weitergegeben werden. Für Swati und Robin ist es die erste Begegnung mit den Wettbewerben überhaupt.

„Es ist überwältigend. Für mich ist das eine große Inspiration. Bei Adidas gehört Vielfalt zum Unternehmen. Ich kann jetzt meine Erfahrungen von Inklusion im Sport mit einbringen“, sagt die 35-jährige Swati. Robin, 29 Jahre alt, formuliert es so: „Es ist ganz toll zu sehen, wie motiviert die Sportler sind und welchen Spaß sie haben. Da ist richtiges Feuer. Diese Erfahrung geht ans Herz. Davon werde ich in meiner Firma berichten.“ Auch die Eröffnungsfeier im Saarbrücker Ludwigsparkstadion hat bei beiden tiefe Spuren hinterlassen: „Das war alles sehr emotional.“

Das Helferheer hinter den Spielen ist beeindruckend zusammengesetzt. Die mehr als 3.100 Freiwilligen reisen aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Frankreich, Österreich und der Schweiz an, die Mehrheit stammt jedoch aus dem Saarland. Sie packen an der Essensausgabe an, sitzen an den Info-Punkten, organisieren Transport und Logistik, betreuen die Sportstätten oder das Maskottchen Unity. Der älteste Ehrenamtliche ist 82 Jahre alt, die jüngsten gehen mit 15 noch zur Schule. In 25 Tandems arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite – das größte stellt die Reha GmbH aus Neunkirchen mit 19 Helfenden mit und sechs ohne Behinderung.

Weil die Schwimmwettbewerbe im französischen Forbach ausgetragen werden, gibt es erstmals auch deutsch-französische Teams, gefördert vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds. Felix Velten, Koordinator des Volunteer Managements, spricht von einer überwältigenden Resonanz: Mehr als 5.000 Bewerbungen gingen ein, längst nicht alle konnten berücksichtigt werden. „Die Volunteers verbreiten überall eine sehr gute Stimmung und machen einen super Job. Sie sind neben den Athleten die Gesichter der Spiele und zeigen, wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft Inklusion unterstützt“, sagt er.

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Für Velten steht fest, dass die Wirkung dieser Tage weit über das Saarland hinausreicht. „Sie werden nach den Spielen von der puren Freude am Sport in der Gemeinschaft berichten. Sie haben erlebt, wie Räume geschaffen werden, wo Behinderungen ganz normal sind. Sie werden zu Botschaftern der Inklusion.“ Swati und Robin dürften ihm an diesem Abend in der Congresshalle bereits Recht geben.

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