Ungewohntes Stimmengewirr in der Turnhalle der Eisenbergschule in St. Ingbert-Hassel: Statt Schulsport stehen hier in dieser Woche Feldbetten, Reisetaschen und Trainingskleidung. Eine Schülergruppe der Schule am Knieberg aus dem niedersächsischen Lüneburg hat in der Halle ihr Quartier bezogen – für eine Wettbewerbswoche, die sportlich, aber vor allem menschlich in Erinnerung bleiben soll.
Anlass der weiten Reise sind die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026. Die jungen Athletinnen und Athleten zwischen 12 und 18 Jahren treten im Stadion am Kieselhumes in Saarbrücken in der Leichtathletik an. Auf dem Programm stehen unter anderem die Sprintdisziplinen über 50 und 100 Meter, dazu Staffellauf, Kugelstoßen und Weitsprung.

Dass die Gruppe ausgerechnet in Hassel untergekommen ist, hat einen guten Grund. Bürgermeisterin Nadine Backes, die zugleich Schulleiterin der Eisenbergschule ist, hatte sich persönlich für die Unterbringung stark gemacht. Beim Empfang begrüßte sie die Sportlerinnen, Sportler und ihre Lehrkräfte vor Ort und ließ sich die Vorfreude auf die Wettkämpfe schildern.
„Es ist schön, dass wir als Stadt St. Ingbert einen kleinen Beitrag dazu leisten können, dass die Schülerinnen und Schüler aus Lüneburg eine gute und herzliche Zeit im Saarland erleben“, sagte Backes. Die Special Olympics stünden für Begegnung, Teilhabe, sportliche Freude und gegenseitigen Respekt – Werte, die sie auch in St. Ingbert sichtbar machen wolle. Sie wünschte den Gästen erfolgreiche Wettbewerbe und eine unvergessliche Woche.
Die Eisenbergschule hat ihre Gäste längst in den Schulalltag integriert. Die Kinder räumten ihre Turnhalle bereitwillig, in der Mensa wird gemeinsam gegessen, und ein selbst gestaltetes Willkommensplakat sorgte schon beim Eintreffen für ein Lächeln auf den Gesichtern der Reisegruppe. So entstehen Begegnungen, die über den sportlichen Rahmen hinausreichen und beide Seiten prägen dürften.
Für einen kleinen kulinarischen und kulturellen Vorgeschmack auf das Saarland sorgte Backes mit einem Willkommenspaket. Sie überreichte eine Flasche Maggi, Postkarten mit typisch saarländischen Begriffen samt hochdeutscher Übersetzung und Trinkflaschen mit dem Motiv „I Love IGB“. Kleine Gesten, die den Norddeutschen einen augenzwinkernden Einstieg in die regionalen Eigenheiten ermöglichen sollen.
Die Special Olympics bringen Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland zusammen und stellen Gemeinschaft, Fairness und Inklusion in den Mittelpunkt – Werte, die in diesen Tagen weit über die Wettkampfstätten hinaus spürbar werden. Dass St. Ingbert dabei ein Stück Gastgeberrolle übernehmen kann, betrachtet die Stadt als willkommene Gelegenheit, gelebte Teilhabe nicht nur zu beschreiben, sondern konkret zu zeigen.




















