Ein dreiviertel Jahrhundert akribische Spurensuche in den Archiven, Bibliotheken und Quellen des Landes: Die Kommission für Saarländische Landesgeschichte e.V. blickt auf 75 Jahre Forschungsarbeit zurück. Aus diesem Anlass empfing der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär David Lindemann, die Mitglieder am Montag, 8. Juni, zu einer Feierstunde in Saarbrücken.
Gegründet im Jahr 1951, widmet sich die Vereinigung der Erforschung der saarländischen Geschichte und jener der angrenzenden Regionen. Aktuell zählt sie 75 Mitglieder – ein bemerkenswerter Zufall im Jubiläumsjahr. Zusammengeführt werden hier Expertinnen und Experten aus Hochschulen, Archiven, Museen und Behörden, die gemeinsam die Entwicklung des Landes wissenschaftlich aufarbeiten.
Der Blick reicht dabei längst über die Landesgrenzen hinaus. In Kooperation mit Partnern aus Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz verortet die Kommission die saarländische Geschichte konsequent im europäischen Zusammenhang. Publikationen, Quelleneditionen, Tagungen und Vorträge bilden das Rückgrat dieser Arbeit, die sich sowohl an die Fachwelt als auch an eine breitere Öffentlichkeit richtet. Ihren Sitz hat die Kommission im Landesarchiv, mit dem sie eng kooperiert.
Lindemann würdigte in seiner Ansprache den Stellenwert der wissenschaftlichen Arbeit für das politische Handeln der Gegenwart. „Seit 1951 leistet die Kommission für Saarländische Landesgeschichte einen zentralen Beitrag zur Erforschung, Dokumentation und Vermittlung der Geschichte des Saarlandes und der europäischen Großregion“, betonte der Staatssekretär. Es sei nun Aufgabe der Landesregierung, auf dieser Grundlage „die richtigen Weichen für Gegenwart und Zukunft zu stellen“. Er dankte den Mitgliedern und ihren Vorgängern ausdrücklich für „75 Jahre erfolgreiches Wirken“.
Die Vorsitzende der Kommission, Prof. Dr. Gabriele B. Clemens, hob den grenzüberschreitenden Charakter der Forschungsarbeit hervor. „Die Geschichte des Saarlandes lässt sich nur im europäischen Kontext verstehen“, sagte sie. Landesgeschichtliche Forschung mache sichtbar, wie eng die Region seit Jahrhunderten mit ihren Nachbarn verbunden sei – und „wie aus Grenzerfahrungen ein gemeinsamer europäischer Raum gewachsen ist“.
Trotz des Rückblicks auf die eigene Tradition richtet die Kommission den Blick im Jubiläumsjahr betont nach vorne. Mit dem Podcast „SaarZeiten“ hat sie ein neues Format etabliert, das die wissenschaftliche Arbeit einem digital interessierten Publikum näherbringen soll. Den krönenden Abschluss des Jubiläumsprogramms wird im kommenden Jahr eine wissenschaftliche Tagung zur Geschichte der Großregion bilden – ein Format, das einmal mehr den europäischen Anspruch der saarländischen Landesgeschichtsforschung unterstreichen dürfte.

















