Foto: Carsten Simon
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Wie wird aus einer fixen Idee ein fertiger Film? Wie programmiert man ein eigenes Computerspiel? Und was genau verbirgt sich eigentlich hinter Schlagworten wie Künstlicher Intelligenz, 3D-Druck oder Robotik? Diesen Fragen sind die Schülerinnen und Schüler der St. Ingberter Südschule beim diesjährigen DigiCamp nicht aus dem Lehrbuch, sondern mit eigenen Händen nachgegangen.

Vom 26. bis 29. Mai 2026 verwandelte sich die Grundschule in eine Werkstatt für digitale Neugier. In den Klassenräumen wurde gefilmt, getüftelt und ausprobiert. Die Kinder drehten Stop-Motion-Sequenzen und kleine Spielfilme, programmierten mit der Lernsoftware Scratch ihre eigenen Spiele, gestalteten digitale Bücher und ließen selbstgebaute Roboter durch die Räume rollen. An anderer Stelle entstanden Stromkreise, Modelle für den 3D-Drucker und erste Gedanken darüber, was Künstliche Intelligenz eigentlich kann – und wo ihre Grenzen liegen.

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Der pädagogische Anspruch ging dabei deutlich über den Reiz neuer Geräte hinaus. Es gehe darum, digitale Bildung altersgerecht erlebbar zu machen, betont Schulleiterin Nadine Klimbingat. „Das DigiCamp 2026 ist ein digitales Lernprojekt, das unseren Kindern Raum bietet, Schlüsselkompetenzen von morgen zu erwerben. Durch den aktiven und kreativen Einsatz digitaler Werkzeuge entwickeln sie Fähigkeiten, die sie ein Leben lang begleiten werden: kritisches Denken, eigenständiges Gestalten und einen selbstbewussten Umgang mit Medien.“ Damit, so Klimbingat, bereite man die Kinder nicht nur auf eine digitale Welt vor, sondern befähige sie auch, diese mitzugestalten.

Foto: Carsten Simon

Die Idee selbst ist keine neue. Geboren wurde sie bereits 2022 in den Monaten der Corona-Pandemie, als engagierte Eltern und das Kollegium der Südschule nach Wegen suchten, Bildung anders zu denken. Vier Jahre später wurde das Konzept nun grundlegend überarbeitet und in deutlich größerem Rahmen umgesetzt – mit einem breiten Netzwerk aus Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Region.

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Koordinator Lukas Böing hebt genau diese Verzahnung als Schlüssel zum Erfolg hervor. „Das DigiCamp zeigt, was möglich ist, wenn Schule, Wirtschaft, Hochschulen, Vereine und engagierte Eltern gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt er. Mehr als 15 externe Partner hätten den Kindern in dieser Woche Einblicke in Technologien ermöglicht, die ein regulärer Unterricht so kaum bieten könne. Beeindruckt habe ihn vor allem die Hartnäckigkeit der Jüngsten: „Diese Freude am Entdecken und Gestalten macht das DigiCamp für uns jedes Mal zu etwas ganz Besonderem.“

Den Abschluss der Projektwoche bildete am 30. Mai das Schulfest. Eltern, Geschwister und Großeltern konnten an diesem Tag durch die Räume der Schule und der Freiwilligen Ganztagsschule ziehen und sich zeigen lassen, woran die Kinder zuvor mit so viel Ausdauer gearbeitet hatten – vom programmierten Videospiel bis zum gedrehten Kurzfilm.

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Für die Stadt St. Ingbert ist das Format mehr als nur ein gelungenes Schulprojekt. Es gilt als praktisches Beispiel dafür, wie moderne Bildung im kommunalen Alltag aussehen kann. Die Südschule mache deutlich, dass digitale Kompetenz schon im Grundschulalter sinnvoll vermittelt werden könne – spielerisch, kreativ und mit klarem pädagogischem Kompass. Kinder, so das Fazit der Beteiligten, seien eben nicht nur Konsumenten digitaler Technik. Sie könnten sie auch verstehen, hinterfragen und mitgestalten, sofern man ihnen die nötigen Werkzeuge und das Vertrauen dafür an die Hand gebe.

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