Rund 700 Beschäftigte der Deutschen Telekom in Rheinland-Pfalz und im Saarland legen am Mittwoch, 20. Mai 2026, die Arbeit nieder. Mit dem erneuten Warnstreik will die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen – nur wenige Tage vor der vierten Verhandlungsrunde, die für den 26. und 27. Mai angesetzt ist.
Betroffen sind acht Telekom-Standorte: Koblenz, Bad Kreuznach, Mainz, Kaiserslautern, Neustadt, Ludwigshafen, Trier und Saarbrücken. Doch die Arbeitsniederlegungen reichen darüber hinaus. Auch Beschäftigte in T-Shops und bei T-Systems sind zu Solidaritätsstreiks aufgerufen. Kundinnen und Kunden müssen sich auf Einschränkungen einstellen – von schlechterer Erreichbarkeit über Verzögerungen im technischen Service und beim Glasfaserausbau bis hin zu abgesagten Kundenterminen. Die Notleitungen bleiben laut ver.di durchgehend gesichert.
Der Hintergrund: Die dritte Verhandlungsrunde hat aus Sicht der Gewerkschaft kein akzeptables Ergebnis gebracht. Das bisherige Angebot der Telekom bleibe deutlich hinter dem zurück, was die wirtschaftliche Stärke des Konzerns hergebe und was die Belegschaft mit ihrer täglichen Arbeit leiste. ver.di-Branchenkoordinator Andreas Wiese formuliert es unmissverständlich: „Wer täglich dafür sorgt, dass Netze funktionieren, Kundinnen und Kunden erreicht werden und der Konzern läuft, verdient mehr als Verzögerung und unzureichende Angebote. Arbeitgeberseite muss endlich liefern.“
Konkret fordert ver.di eine Entgeltsteigerung von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich soll ein Mitgliederbonus von 660 Euro pro Jahr eingeführt werden. Für Auszubildende und dual Studierende steht eine monatliche Erhöhung der Vergütung um 120 Euro auf der Agenda, ergänzt durch einen eigenen Mitgliederbonus von 240 Euro jährlich. Damit setzt die Gewerkschaft bewusst auch ein Signal an jüngere Beschäftigte, die den Konzern künftig tragen sollen.
Die Tarifrunde betrifft insgesamt 20 tarifgebundene Konzernunternehmen der Telekom in Deutschland, die jeweils über eigenständige Tarifverträge verfügen. Ein Großteil der Entgelttarifverträge ist bereits zum 31. März 2026 ausgelaufen. ver.di und die Deutsche Telekom AG hatten sich im Vorfeld darauf verständigt, für diese Gesellschaften gemeinsam zu verhandeln – ein Vorgehen, das den Prozess bündeln, aber auch die Komplexität erhöhen dürfte.
Ob die Warnstreiks tatsächlich Bewegung in die Verhandlungen bringen, wird sich Ende Mai zeigen. Die Beschäftigten in Rheinland-Pfalz und im Saarland haben mit dem erneuten Ausstand jedenfalls deutlich gemacht, dass sie ein faires Angebot nicht nur erwarten, sondern einfordern. Die Augen richten sich nun auf die vierte Runde am 26. und 27. Mai – dort muss die Arbeitgeberseite aus Sicht der Gewerkschaft nachlegen, wenn sie eine weitere Eskalation vermeiden will.




















