Symbolbild

Das Saarland bekommt ein zentrales Open-Data-Portal, über das künftig Verwaltungsdaten gebündelt und frei zugänglich gemacht werden sollen. Zum Jahreswechsel 2026/2027 soll die Plattform an den Start gehen und Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie der Wissenschaft einen strukturierten Zugang zu offenen Daten der Landesverwaltung ermöglichen. Damit will die Landesregierung mehr Transparenz schaffen und zugleich die Nachnutzung öffentlicher Datenbestände deutlich vereinfachen.

Das Spektrum der bereitgestellten Informationen ist breit angelegt. Aktuelle Umweltdaten gehören ebenso dazu wie Angaben zur Bevölkerungsentwicklung, Geodaten etwa in Form von Bebauungsplänen, Mobilitätsdaten zur Verkehrsinfrastruktur oder Gesundheitsdaten. All das soll auf einer einzigen Plattform zusammenlaufen, statt wie bisher über verschiedene Stellen verstreut zu sein.

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Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas betonte die strategische Bedeutung des Vorhabens: „Mit dem Open-Data-Portal schaffen wir einen zentralen Zugang zu offenen Daten aus der Landesverwaltung. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft können diese Daten künftig leichter finden und weiterverwenden. Damit treiben wir die Modernisierung der Verwaltung gezielt voran und setzen neue Impulse für Innovationen – gerade auch im Zusammenspiel mit unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen.“ Die Plattform soll also nicht nur der Transparenz dienen, sondern ausdrücklich auch als Innovationsmotor wirken.

Umgesetzt wird das Projekt von einem Konsortium aus drei Partnern, die sich im Vergabeverfahren durchgesetzt haben: dem IT-Dienstleister Materna Information & Communication SE, der Hypertegrity AG sowie dem Fraunhofer-Institut FOKUS. In den kommenden Monaten steht zunächst die technische Einführung im Mittelpunkt, bevor das Portal planmäßig Ende des Jahres online gehen soll. Neben den Daten der Landesverwaltung ist vorgesehen, auch kommunale Datenbestände einzubinden. Städte und Gemeinden erhalten dafür eigene Unterseiten innerhalb des Portals.

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Die rechtliche Grundlage für das Vorhaben wurde bereits vor rund zwei Jahren gelegt. Am 19. Juli 2024 trat eine Novelle des saarländischen E-Government-Gesetzes in Kraft, die der Landesregierung die Befugnis gab, konkrete Anforderungen an ein Open-Data-Portal festzulegen. Die darauf aufbauende Open-Data-Verordnung wurde am 5. Mai 2026 verabschiedet und wird in den kommenden Wochen wirksam. Sie verpflichtet öffentliche Einrichtungen – mit wenigen Ausnahmen – dazu, ihre maschinenlesbaren und möglichst strukturierten Datenbestände kostenlos zu veröffentlichen.

Das saarländische Portal wird dabei nicht isoliert stehen. Die Metadaten der bereitgestellten Datensätze werden automatisiert an übergeordnete Datenportale auf Bundes- und EU-Ebene weitergeleitet. So fügt sich das Saarland in eine wachsende Infrastruktur offener Verwaltungsdaten ein, die über Ländergrenzen hinweg nutzbar sein soll. Für Forschungseinrichtungen, Start-ups und die Zivilgesellschaft eröffnet das perspektivisch neue Möglichkeiten, mit öffentlichen Daten zu arbeiten – vorausgesetzt, die technische Umsetzung hält, was die politische Ankündigung verspricht.

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