Foto: Stephan Bonaventura

Rund 75 Jahre lang gehörte der Name Melfor fest zu St. Ingbert-Rohrbach – nun ist die Produktion der bekannten Essigwürze am saarländischen Standort Geschichte. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer reagierte mit deutlicher Betroffenheit auf das Ende einer Ära, die für viele Menschen in der Region weit mehr war als ein industrieller Vorgang.

Das französische Mutterunternehmen hat entschieden, die Herstellung künftig ausschließlich im Elsass zu bündeln. Für den Konzern mag das betriebswirtschaftlich schlüssig sein, für Rohrbach und die gesamte Mittelstadt bedeutet es den Verlust eines Produkts, das über Generationen hinweg in saarländischen Küchen selbstverständlich war. Meyer brachte es auf den Punkt: „Mit dem Ende der Melfor-Produktion verliert Rohrbach und St. Ingbert ein Stück Identität und ein echtes Kultprodukt, das über Generationen hinweg in vielen Haushalten im Saarland nicht wegzudenken war.“

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Der Oberbürgermeister ordnete die Marke in einen größeren kulinarischen Zusammenhang ein, der im Saarland sofort verstanden wird. „Ob Amora-Senf, Maggi oder Melfor-Essig – sie bilden für viele Menschen das saarländische Dreigestirn in der Zubereitung von gutem saarländischem Essen“, sagte Meyer. Drei Produkte, die in kaum einer Küche zwischen Saarbrücken und Homburg fehlen dürften und die für viele Saarländerinnen und Saarländer zum festen Geschmacksrepertoire gehören.

Melfor stand dabei wie kaum ein anderes Erzeugnis für die enge Verbindung zwischen saarländischer und elsässischer Esskultur. Die Würze auf Essigbasis hatte sich über Jahrzehnte einen festen Platz in der regionalen Küche erobert – als Zutat für Salate, Dressings und zahllose Familienrezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Dass ausgerechnet dieses Produkt nun nicht mehr in St. Ingbert vom Band läuft, hinterlässt nach Meyers Worten eine spürbare Lücke.

Die Entscheidung reiht sich ein in einen Trend, bei dem international agierende Lebensmittelkonzerne ihre Fertigung an weniger Standorten konzentrieren, um Kosten zu senken. Für die betroffenen Kommunen bleibt in solchen Fällen oft wenig Handlungsspielraum. Meyer machte keinen Hehl daraus, dass er die wirtschaftliche Logik hinter dem Schritt nachvollziehen könne – doch der emotionale Verlust wiege schwer. „Die Marke steht wie kaum eine andere für regionale Verwurzelung, Tradition und Qualität“, betonte der Oberbürgermeister. Ob Melfor trotz der Verlagerung ins Elsass seinen festen Platz in saarländischen Einkaufswagen behalten wird, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

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