Gerade einmal 0,6 Prozent Wirtschaftswachstum in vier Jahren – für den Präsidenten des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dr. Dirk Jandura, ist diese Bilanz kein Ausdruck von Stagnation, sondern ein handfester Rückschritt. Anlässlich der Frühjahrsprognose der Bundesregierung am 22. April 2026 in Berlin zeichnete er ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage und richtete einen unmissverständlichen Appell an die Regierungsparteien: „Das Einzige, was wächst, sind die Staatsausgaben und die Bürokratie.“
Jandura machte deutlich, dass die offizielle Prognose die Realität in den mittelständischen Betrieben nur unzureichend abbilde. Die tatsächliche Situation sei noch gravierender als die ohnehin ernüchternden Zahlen vermuten ließen. Auch für das laufende Jahr erwarte er keine Besserung. Internationale Krisen verschärften die Probleme zwar, doch die entscheidenden Hebel lägen im Inland. „Hier in Deutschland müssen wir die Wende schaffen“, forderte der BGA-Präsident.
Sein Appell zielte dabei ausdrücklich auf die Sozialdemokratie als Teil der Regierungskoalition. Hunderttausende Arbeitsplätze hingen am seidenen Faden, warnte Jandura. Die Zeit des parteipolitischen Kleinkleins und ideologischer Grabenkämpfe müsse vorbei sein. „Sie haben jetzt die Chance und die Verantwortung, Mut zu beweisen und unser Land wieder nach vorne zu führen“, sagte er. Diesen Stillstand könne und wolle sich das Land schlicht nicht mehr leisten.
Gleichzeitig räumte der Verbandspräsident mit einem aus seiner Sicht weit verbreiteten Missverständnis auf: Reformen zugunsten der Unternehmen seien keineswegs Reformen gegen die Beschäftigten. Im Gegenteil – gerade der Mittelstand brauche strukturelle Entlastung, damit Arbeitsplätze gesichert werden könnten. Konkret nannte Jandura eine mutige Steuerreform, die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, eine dauerhafte Senkung der Energiesteuern sowie einen Bürokratieabbau, der nicht nur auf dem Papier existiere, sondern tatsächlich in den Betrieben spürbar werde.
Dass die Bevölkerung längst weiter sei als die Politik, untermauerte Jandura mit einem Verweis auf nahezu sämtliche aktuellen Umfragen. Die Menschen wüssten um den Ernst der Lage und seien bereit für Veränderungen. Nicht zu viel Reform oder zu hohes Tempo trieben die Volksparteien in den Abstieg, sondern der lähmende Stillstand und das permanente Gezanke zwischen den Koalitionspartnern.
Mit einem Blick über die Landesgrenzen hinaus warnte der BGA-Präsident zudem vor den Folgen populistischer Politik. Er wolle nicht, dass Extremisten von AfD oder Linkspartei den Kurs bestimmten. Welche dramatischen Konsequenzen Populismus haben könne, zeige sich derzeit in den USA. Um genau das zu verhindern, müsse Deutschland endlich vorankommen. „Auf die Wirtschaft kommt es an“, schloss Jandura seine Forderung nach einem grundlegenden Kurswechsel.
















