Der Dieselpreis in Deutschland hat ein neues Allzeithoch erreicht. Laut aktueller ADAC-Auswertung kletterte der Literpreis innerhalb einer einzigen Woche um 13,1 Cent auf 2,447 Euro – so viel mussten Autofahrerinnen und Autofahrer an der Zapfsäule noch nie bezahlen. Auch Super E10 verteuerte sich deutlich um 8,1 Cent auf nunmehr 2,188 Euro pro Liter. Der bisherige Rekord, der nach Beginn des Ukraine-Kriegs aufgestellt worden war, ist damit Geschichte.
Besonders brisant: Der Ölpreis lag an beiden Vergleichstagen auf einem ähnlichen Niveau. Die Preissteigerungen an den Tankstellen lassen sich also nicht mit gestiegenen Rohstoffkosten erklären. Stattdessen rückt das sogenannte Österreich-Modell in den Fokus der Kritik, das seit dem 1. April 2026 in Deutschland gilt. Die Regelung erlaubt es Tankstellen, ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anzuheben, während Senkungen jederzeit möglich sind. Was als Instrument für mehr Transparenz und Verbraucherschutz gedacht war, entpuppt sich nach Einschätzung des ADAC als kontraproduktiv.
Die Zahlen untermauern diese Einschätzung eindrücklich. Seit Einführung des neuen Modells wurde das Allzeithoch beim Diesel Tag für Tag weiter nach oben geschraubt. Der Mechanismus dahinter ist simpel: Die Preisanhebungen um die Mittagszeit fielen durchweg stärker aus als die Senkungen in den darauffolgenden 24 Stunden. Beim Super E10 zeigte sich ein ähnliches Muster – an fast allen Tagen lag der Preis spürbar über dem des Vortags.
Der ADAC räumt zwar ein, dass die neue Preisregelung den Verbrauchern möglicherweise etwas mehr Planbarkeit verschaffe. Diesen Vorteil erkaufe man sich jedoch mit einem insgesamt deutlich höheren Preisniveau, so der Automobilclub. Unter dem Strich zahlen die Autofahrer also drauf – und das nicht zu knapp.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch. Nach der Verkündung eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran ist der Ölpreis zeitweise um rund 15 Prozent eingebrochen und liegt aktuell bei etwa 95 US-Dollar. Der ADAC fordert die Mineralölindustrie auf, diesen Rückgang unverzüglich an die Verbraucher weiterzugeben. Angesichts des ohnehin extrem hohen Preisniveaus an den Zapfsäulen dürfe es keine Verzögerungen geben.
Wer trotz der aktuellen Lage möglichst günstig tanken möchte, kann die Spritpreis-App „ADAC Drive“ nutzen. Dort lassen sich die Preise von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland rund um die Uhr vergleichen. In Zeiten, in denen jeder Cent zählt, dürfte sich der Blick aufs Smartphone vor der Fahrt zur Tankstelle mehr denn je lohnen.
















