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Ab dem Schuljahr 2026/27 geht das Saarland bei der Ausstattung seiner weiterführenden Schulen einen grundlegend neuen Weg: Die bisherige Schulbuchausleihe wird zu einer umfassenden Medienausleihe ausgebaut, die gedruckte Bücher und digitale Lernmittel unter einem Dach vereint. Der Ministerrat hat dazu am 31. März die Medienausleiheverordnung (MAus-VO) sowie eine Verwaltungsvereinbarung zur Landesweiten Systematischen Medienausleihe, kurz LSMS, beschlossen. Gemeinsam mit dem Landkreistag soll so ein System entstehen, das Schulen organisatorisch entlastet, Familien finanziell unterstützt und allen Kindern unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern den gleichen Zugang zu modernen Lehr- und Lernmitteln sichert.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot machte deutlich, warum sie die Reform für überfällig hält: „Die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen ist heute analog und digital zugleich, geprägt von sozialen Medien, KI, digitaler Kommunikation und einer Welt, in der Information jederzeit verfügbar ist.“ Schule müsse an diese Realität anknüpfen und junge Menschen auf eine Zukunft vorbereiten, in der analoges und digitales Lernen längst zusammengehörten. Gute Lehr- und Lernmittel dürften nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, betonte die Ministerin. Genau das bringe man nun gemeinsam auf den Weg – mit mehr Verlässlichkeit, gleichen Chancen für alle Kinder und konkreter Entlastung für Familien.

Auch Patrik Lauer, Vorsitzender des saarländischen Landkreistages, unterstrich die Tragweite des Vorhabens. Die Landkreise und der Regionalverband hätten bereits in der Vergangenheit bewiesen, „welch‘ leistungsstarker und zuverlässiger Partner sie bei der digitalen Bildung von Schülerinnen und Schülern sind“. Diese Kompetenz werde man nun einbringen, um die ambitionierten Ziele des Landes für individualisierten digitalen Unterricht zu verwirklichen. „Wenn wir im Saarland digitale Medienkompetenz bei jungen Menschen schaffen und ausbauen wollen, ist es ein nachvollziehbarer Weg, jedem Kind auch dafür das Rüstzeug an die Hand zu geben“, so Lauer. Die neue Medienausleihe gebe Raum, digitales und analoges Lernen in eine gute Balance zu bringen, orientiert an den Profilen der Schulen und den jeweiligen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler.

Konkret bedeutet das: Alle Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen erhalten künftig sämtliche Unterrichtsmaterialien – von gedruckten Schulbüchern über Arbeitshefte bis hin zu digitalen Lernangeboten – aus einer Hand. Darüber hinaus werden sie mit identischen hochwertigen mobilen Endgeräten ausgestattet, unabhängig von Wohnort und Schulform. Beschaffung, Verwaltung und technischer Support laufen zentral über die Schulträger, sodass Lehrkräfte und Schulleitungen sich stärker auf den Unterricht und die individuelle Förderung konzentrieren können. Die pädagogische Freiheit bleibt dabei gewahrt: Über den konkreten Einsatz der Medien entscheiden die Schulen selbst auf Grundlage ihrer Medienkonzepte und unter Beteiligung der Schulgemeinschaft.

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Für Eltern fällt eine jährliche Teilnahmegebühr von 160 Euro an. Davon entfallen 130 Euro auf Bildungsmedien wie Schulbücher, Arbeitshefte und digitale Lernangebote. Die verbleibenden 30 Euro decken digitale individuelle Anwendungen ab – etwa Rechen-, Schreib- und Dokumentationsmedien für den tabletgestützten Unterricht –, die Familien von privaten Anschaffungen entlasten sollen. Viele Schulen bewegen sich laut Ministerium bereits heute in einem vergleichbaren Kostenrahmen. Für Familien mit Unterstützungsbedarf stehen entsprechende Hilfen bereit, damit kein Kind aus finanziellen Gründen benachteiligt wird.

Das Land investiert für die Laufzeit der Vereinbarung bis 2029 zusätzlich zu den bereits im Doppelhaushalt eingeplanten Mitteln für digitale Bildung weitere rund 10,8 Millionen Euro, finanziert aus Landesmitteln und dem Digitalpakt 2.0. Die Schulträger bringen ihrerseits personelles Know-how und erhebliche Eigenleistungen ein. Die Einführung startet am 1. August 2026 und ist zunächst bis zum 31. Juli 2029 befristet. In dieser Phase sollen Erfahrungen gesammelt und Abläufe geschärft werden, um die Grundlage für eine langfristige Anschlussregelung zu schaffen.

Die Schulen im Land sind nach Angaben des Bildungsministeriums bereits informiert, erste Beschlüsse liegen vor. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung zwischen Schulen, Schulträgern und Schulaufsicht. Mit dem neuen System will das Saarland zeigen, dass eine moderne, gerechte und verlässliche Medienversorgung an Schulen kein Zukunftsprojekt bleiben muss, sondern im kommenden Schuljahr Realität werden kann.

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