Das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg bekommt eine neue Chefin: Der Aufsichtsrat hat Stephanie Tritt zur Vorstandsvorsitzenden und Ärztlichen Direktorin bestellt. Die Radiologin und Neuroradiologin, die derzeit die Deutsche Klinik für Diagnostik in Wiesbaden führt, soll ihr Amt spätestens zum 1. Oktober 2026 antreten – zunächst für fünf Jahre.
Aufsichtsratsvorsitzender David Lindemann, zugleich Chef der Saarländischen Staatskanzlei, stellte die Personalentscheidung am Freitag im Rahmen einer außerordentlichen Klinikumskonferenz vor. Die Direktorinnen und Direktoren der Kliniken und Institute wurden dabei offiziell ins Benehmen gesetzt, Tritt nutzte die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen. Lindemann hob ihre Qualifikation in deutlichen Worten hervor: „Wir freuen uns, mit Frau Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt eine hoch angesehene Medizinerin und sehr erfahrene, umsetzungsstarke Führungspersönlichkeit als Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende für das Universitätsklinikum des Saarlandes gewonnen zu haben.“ Sie verbinde interdisziplinäre ärztliche Expertise mit umfassender Führungserfahrung in großen klinischen Organisationen, so der Staatssekretär weiter. Der Aufsichtsrat erwarte von ihr Impulse bei der Digitalisierung klinischer Prozesse, der Stärkung interdisziplinärer Medizin sowie der strukturellen und baulichen Weiterentwicklung des Klinikums.
Tritt selbst formulierte klare Prioritäten für ihre künftige Arbeit in Homburg. „Im Mittelpunkt stehen für mich eine exzellente und patientenorientierte Versorgung, die weitere Stärkung hoch spezialisierter Zentren, die Zukunftsperspektive des neuen Zentralklinikums und eine Unternehmenskultur, die von Wertschätzung, Offenheit und Transparenz geprägt ist“, erklärte sie bei ihrer Vorstellung. Gemeinsam mit dem Vorstand, den Klinik- und Institutsleitungen sowie den mehr als 6300 Beschäftigten wolle sie das UKS in einer entscheidenden Entwicklungsphase voranbringen. Darüber hinaus betonte sie den Anspruch, das Klinikum als attraktiven Arbeitgeber und als starken Partner in der regionalen wie überregionalen Vernetzung weiter zu positionieren.

Foto: UKS / Glücklich
Der Werdegang der gebürtigen Triererin liest sich bemerkenswert breit aufgestellt. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Philipps-Universität Marburg und an der Universitätsmedizin Mainz, wo sie 2009 im Bereich der Inneren Medizin promovierte. Die Facharztausbildung zur Radiologin und Neuroradiologin führte sie nach Koblenz und an das Universitätsklinikum Frankfurt am Main. Dort habilitierte sie sich im Bereich der Tumordiagnostik und erhielt 2018 eine außerplanmäßige Professur der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Ergänzend erwarb sie einen Abschluss in Gesundheitsökonomie an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht – ein Profil, das medizinische Fachkompetenz und betriebswirtschaftliches Verständnis vereint.
Beruflich verantwortet Tritt seit 2017 als Direktorin das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden, einem Haus der Maximalversorgung und Akademischem Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Mainz. Seit 2022 übernahm sie dort zusätzlich Aufgaben in der Ärztlichen Direktion. Parallel leitete sie bei Helios den ambulanten Fachbereich Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie mit mehreren MVZ-Standorten bundesweit. Aktuell steht sie als Ärztliche Direktorin an der Spitze der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden, einem Akademischen Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt.

Foto: UKS / Glücklich
In Homburg tritt sie die Nachfolge von Jennifer Diedler an, die das UKS zum 31. Dezember 2025 verlassen hatte. Bis zum Amtsantritt von Tritt führt Michael Zemlin, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, das Haus kommissarisch als Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender. Mit der Berufung bleibt das oberste Leitungsgremium des UKS weiterhin paritätisch mit Männern und Frauen besetzt. Neben der künftigen Ärztlichen Direktorin gehören ihm die Kaufmännische Direktorin Bettina Rottke, Pflegedirektor Serhat Sari und Dekan Matthias Hannig an – ein Quartett, das die Geschicke eines der größten Arbeitgeber der Region in den kommenden Jahren gemeinsam lenken wird.



















