Mehr Kinder, kleinere Klassen und ein ungebrochenes Interesse am Ganztagsunterricht: Die vorläufigen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2026/2027 im Saarland zeigen, dass beide weiterführenden Schulformen weiter zulegen. Saarlandweit haben sich bislang 8.433 Viertklässlerinnen und Viertklässler für eine Eingangsklasse an einer Gemeinschaftsschule oder einem Gymnasium angemeldet – 52 mehr als im Vorjahr.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sieht darin eine Bestätigung des saarländischen Zwei-Säulen-Modells. „Unser saarländisches Schulsystem stärkt Bildungsgerechtigkeit, öffnet Chancen und gibt jedem Kind die Unterstützung, die es für seinen ganz persönlichen Weg braucht“, sagte sie am 10. März 2026. Die vorläufigen Zahlen belegten, dass Gemeinschaftsschulen und Gymnasien mit ihren jeweiligen Profilen gleichwertige Wege zum Schulabschluss eröffneten. Streichert-Clivot betonte, jedes Kind bringe eigene Talente mit, die es verdienten, gesehen und gefördert zu werden. Die positive Entwicklung über mehrere Jahre hinweg bekräftige das Engagement, beiden Schulformen die gleiche Wertschätzung entgegenzubringen.
Konkret entschieden sich 4.660 Schülerinnen und Schüler – rund 53,7 Prozent – für eine Gemeinschaftsschule, eine private Realschule oder das Schengen-Lyzeum. Im Vorjahr lag diese Zahl bei 4.595. An den Gymnasien, einschließlich der fünften Klassen an der Europäischen Schule Saarland, meldeten sich 3.834 Kinder an, was einem Anteil von 45,6 Prozent entspricht. Auch hier gab es einen Zuwachs gegenüber den 3.787 Anmeldungen des Vorjahres. Insgesamt befinden sich laut Prognose 8.682 Kinder in der vierten Klassenstufe, sodass noch rund 249 Anmeldungen ausstehen. Erfahrungsgemäß verändern sich die Zahlen vor allem bei den Gemeinschaftsschulen bis zum Schuljahresbeginn noch.
Bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Klassengrößen. An den Gymnasien liegt der Durchschnitt in den Eingangsklassen bei 25,5 Kindern pro Klasse – ein ganzer Schüler weniger als im Vorjahr mit 26,5. Bei den Gemeinschaftsschulen sank der Wert von 23,7 auf 22,7. Kleinere Lerngruppen gelten in der Bildungsforschung als ein Faktor, der individuelle Förderung erleichtert, und dürften daher sowohl bei Lehrkräften als auch bei Eltern auf Zustimmung stoßen.
Der Ganztagsunterricht bleibt ein fester Bestandteil der saarländischen Schullandschaft. Von den 4.660 Kindern, die sich für eine Gemeinschaftsschule, das Schengen-Lyzeum oder eine private Realschule entschieden, werden 1.342 im gebundenen Ganztag unterrichtet – das sind 28,8 Prozent. Im Vorjahr lag der Anteil mit 1.365 Schülerinnen und Schülern bei 29,7 Prozent, die absolute Nachfrage bewegt sich also auf stabilem Niveau. Bei den Gymnasien entstanden fünf gebundene Ganztagsklassen: vier davon am Gymnasium am Krebsberg in Neunkirchen, eine am Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis. Hinzu kommen drei fünfte Klassen an der Europäischen Schule Saarland, die ebenfalls ganztägig organisiert sind.
Der Elternwille spielt bei der Schulwahl eine zentrale Rolle, und wo die Nachfrage die Kapazitäten übersteigt, suchen Schulen und Träger gemeinsam nach Lösungen für zusätzliche Klassen. In den meisten Fällen gelang das in der Vergangenheit. Für das kommende Schuljahr musste allerdings an einigen Standorten das Los entscheiden: Am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken kam es ebenso zu einem Losverfahren wie an der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Haspelstraße, der Gemeinschaftsschule Mandelbachtal und der Martin-Luther-King-Schule in Saarlouis. Die endgültigen Anmeldezahlen der beruflichen Schulen werden zum Schuljahreswechsel veröffentlicht.


























