Mit 74 Jahren promovierte sie über Achtsamkeit als Schlüssel zum Glück im Alter – jetzt gibt die Luxemburger Gerontologin Dr. Marie-Paule Theisen ihr Wissen in Homburg weiter. Im Rahmen des Gesundheitsprojekts „Homburg lebt gesund“ leitet die 83-Jährige einen mehrteiligen Kurs an der Hohenburgschule, der sich gezielt an ältere Menschen richtet. Bürgermeister Manfred Rippel stattete der Veranstaltung am vergangenen Samstag einen Besuch ab, um die Referentin persönlich willkommen zu heißen.
Der Kurs trägt den Titel „Achtsamkeit und Glück im Alter“ und wird von der Akademie für Ältere organisiert. An insgesamt fünf Samstagen arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils zwischen vier und sechs Stunden mit der Dozentin. Dr. Theisen, die beruflich als Lehrerin tätig war, widmete sich nach ihrem Eintritt in den Ruhestand intensiv der Gerontologie. Ihr akademischer Weg gipfelte in einer Promotion zum Thema „Achtsamkeit als Determinante von Glück im Alter“ – ein Abschluss, den sie im Alter von 74 Jahren erlangte.
Bei seinem Besuch in der Hohenburgschule zeigte sich Rippel erfreut darüber, dass es der Akademie für Ältere gelungen sei, Dr. Theisen für einen Kurs in Homburg zu gewinnen. Die Gerontologin nutzte die Gelegenheit, um den Kern ihres Ansatzes zu erläutern. Achtsamkeit sei ein kraftvolles Werkzeug, um die eigene Gesundheit zu stärken. Entscheidend sei es, im gegenwärtigen Moment zu leben und die Aufmerksamkeit bewusst darauf zu lenken. Diese Konzentration könne helfen, innere Ruhe zu finden und auch die kleinen, positiven Dinge des Alltags besser wahrzunehmen – bis hin zu echten Glücksmomenten, sagte sie.

Foto: Jürgen Kruthoff/Stadtverwaltung
Im Gespräch mit dem Bürgermeister vertiefte Dr. Theisen ihre Überlegungen. Achtsames Verhalten lasse sich gezielt entwickeln und könne dazu beitragen, ein inneres Gleichgewicht herzustellen. Letztlich handele es sich um eine Qualität, die den Prozess des gesunden Alterns nachhaltig begleiten könne. Rippel griff den Gedanken auf und berichtete, er habe selbst gelernt, sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Kritische Impulse verstehe er mittlerweile als Chance zur Weiterentwicklung, und schwierigen Phasen begegne er mit einer positiven Grundhaltung.
Der Bürgermeister würdigte ausdrücklich das Engagement von Patricia Hans und Wilfried Bohn, die das Angebot der Akademie für Ältere verantworten. Er wünschte den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern viel Freude und betonte, wie bedeutsam das Projekt „Homburg lebt gesund“ gerade für die ältere Bevölkerung der Kreisstadt sei. Das Programm verfolgt das Ziel, Gesundheitsförderung niedrigschwellig und alltagsnah zu gestalten – der Achtsamkeitskurs fügt sich nahtlos in diesen Ansatz ein.
Für Dr. Theisen ist es nicht der erste Auftritt in Homburg. Bereits im vergangenen Jahr war sie zu Gast in der Talk-Reihe „Altersbilder: neu denken“, die von Barbara Wackernagel-Jacobs konzipiert und moderiert wurde. Auch dort hatte die Gerontologin hervorgehoben, dass Achtsamkeit die Stresskompetenz und die persönlichen Ressourcen stärke und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung von Gesundheit und Lebensqualität leiste. Dass sie nun mit einem ausführlichen Kursformat nach Homburg zurückkehrt, dürfte für die Teilnehmenden die Gelegenheit sein, diese Erkenntnisse nicht nur theoretisch zu erfassen, sondern praktisch in den eigenen Alltag zu überführen.



















