Zurzeit sind im UKS fünf Grüne Damen aktiv: (von links) Traudel Becker (Frauenklinik), Ellen Krippner (Neurochirurgie/ Neurologie), Marga Denk (Urologie), Marita Waas (Innere/ KMT/ Kardiologie), Heide Mahlzahn (Chirurgie). Foto: Marion Ruffing / UKS
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Wer an einem Vormittag durch die Flure des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg geht, begegnet ihnen schnell: Menschen in grünen Kitteln, die sich Zeit nehmen, an Betten stehen, zuhören, vorlesen oder kleine Besorgungen machen. Seit 1991 sind die „Grünen Damen und Herren“ fester Bestandteil des Klinikalltags – ein ehrenamtlicher Dienst, der vor allem für Patientinnen und Patienten ohne Angehörige oder mit wenig Besuch wichtig geworden ist.

Die Ehrenamtlichen besuchen erkrankte Menschen auf den Stationen, lesen aus Zeitschriften oder Büchern vor, führen Gespräche oder sind einfach nur da, wenn jemand ein offenes Ohr braucht. Sie übernehmen auch kleine Botengänge und Besorgungen innerhalb des Klinikgeländes, etwa wenn Artikel des täglichen Bedarfs fehlen. In Notlagen organisieren sie Kleidung aus der Kleiderkammer des UKS und helfen so bei ganz praktischen Dingen, die im Klinikbetrieb sonst leicht untergehen.

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Klar geregelt ist, was die Grünen Damen und Herren nicht tun: Sie führen keine medizinischen oder pflegerischen Tätigkeiten aus, übernehmen keine Seelsorge und keine Reinigungsarbeiten. Gleichzeitig stehen sie in engem Austausch mit Pflegefachkräften und Seelsorge und sind an die Regeln des Krankenhauses gebunden. Hygienestandards und Schweigepflicht gelten für sie genauso wie für das Fachpersonal. Das zeigt sich besonders auf sensiblen Stationen. Marita Waas, die Krebspatientinnen und -patienten auf der KMT-Station/Innere I besucht, muss wie das Klinikpersonal durch die Schleuse und Schutzkleidung sowie Mundschutz anlegen. „Das ist jetzt in der Erkältungszeit besonders wichtig“, erklärt Marita Waas. „Ich war gerade selbst etwas angeschlagen, und konnte daher nicht auf die Station gehen.“

Die Grüne Dame Traudel Becker (rechts) besucht die Gynäkologie/ Geburtshilfe am UKS. Sie übt das Ehrenamt schon seit 19 Jahren aus. Stationsleiterin Sonja Ohliger schätzt ihre Hilfe.
Foto: Marion Ruffing / UKS

In der Regel sind die Grünen Damen und Herren einmal pro Woche von 9 bis 12 Uhr auf „ihren“ Stationen unterwegs. Durch diese festen Zeiten werden sie dort als vertraute Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner wahrgenommen. Über die Jahre entsteht so eine enge Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal und eine Vertrauensbasis zu den Patientinnen und Patienten. „Die Grünen Damen und Herren sind für Patientinnen und Patienten, die einsam sind, sich selbst nicht mehr helfen können, keine Angehörigen mehr haben oder nicht so oft Besuch bekommen, unverzichtbar“, sagt Pflegedirektor Serhat Sari. „Sie unterstützen empathisch von Mensch zu Mensch und sind daher eine wertvolle Ergänzung zu unserer pflegerischen Versorgung.“

Zum Ehrenamt gehört auch der Austausch untereinander. Die Gruppe trifft sich regelmäßig zum gemeinsamen Mittagessen im Personalkasino des UKS, um Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Verpflegung ist für die Grünen Damen in diesem Rahmen kostenfrei. Dennoch kämpft die Gruppe wie viele andere Ehrenamtsangebote mit Nachwuchssorgen. Von ursprünglich über 20 Engagierten sind derzeit nur noch vier Grüne Damen aktiv. Die fünfte im Bunde, Maria Mathei, die seit 2008 als Grüne Dame im UKS tätig war, musste ihr Engagement aus Altersgründen beenden. Mit 86 Jahren hat sie das Ehrenamt nun niedergelegt, bleibt der Gruppe aber verbunden. „Den ehrenamtlichen Gedanken kann man so schnell nicht ablegen“, sagt Maria Mathei. „Ich schätze die nette Gemeinschaft in unserer Gruppe, wir kennen uns immerhin schon eine sehr lange Zeit.“

Die Grünen Damen im Personalkasino: Ellen Krippner (links) ist der jüngste Neuzugang. Maria Mathei (4.von links) ist nicht mehr aktiv. Sie hat das Ehrenamt im UKS fast 30 Jahre lang bekleidet.
Foto: Marion Ruffing / UKS

Der Wunsch nach Verstärkung ist groß. Die noch aktiven Grünen Damen hoffen, wieder mehr jüngere Frauen oder auch Männer in ihren Kreis aufnehmen zu können. Ein Beispiel für neuen Zuwachs ist Ellen Krippner, die sich seit August des vergangenen Jahres in der Neurochirurgie und Neurologie des UKS engagiert. Koordiniert wird der Dienst von Britta Conrad in der Stabsstelle Pflegedirektion. „Als Grüne Dame oder Herr muss man selbstverständlich keine gelernte Fachkraft sein, sie dürfen ja keine professionellen Tätigkeiten ausführen, aber Erfahrungen im sozialen Bereich sind hilfreich“, erklärt Britta Conrad. „Dieses Ehrenamt im Umgang mit Patientinnen und Patienten setzt eine gewisse Charakterstärke voraus, da die Grünen Damen mit vielen Notlagen und Leid konfrontiert werden. Mit jedem, der sich engagieren möchte, führen wir daher zunächst ein ausführliches Gespräch.“

Die Beweggründe für das Engagement sind unterschiedlich. Manche der Ehrenamtlichen haben bereits in ihrem Berufsleben in Kliniken oder sozialen Einrichtungen gearbeitet und bringen entsprechende Erfahrung mit. Andere haben durch eigene Krisen- oder Krankheitsfälle in der Familie einen Zugang zum Klinikalltag gefunden und möchten diese Erfahrungen in eine unterstützende Tätigkeit einbringen. Ansprechpartnerin für Interessierte ist Britta Conrad, Koordinatorin der Grünen Damen und Herren in der Stabsstelle Pflegedirektion des UKS, Gebäude 90, 5. Stock, Zimmer 535. Sie ist telefonisch unter 0 68 41 / 16 – 2 23 93 oder per E-Mail an britta.conrad@uks.eu erreichbar.

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