Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Françoise Mathis-Sandmaier, der Künstler Horst Becker und die Beigeordnete Nathalie Kroj (v. l.) neben einem Werk mit dem Titel Alternativlose Komposition 1c. Foto: Jürgen Kruthoff/Stadtverwaltung

Die Galerie im Kulturzentrum Saalbau Homburg zeigt derzeit die Ausstellung „ANIMOTION“ des Künstlers Horst Becker. Bis zum 5. Oktober können Besucherinnen und Besucher ein breites Spektrum an Arbeiten erleben, die von Fotografie und Digitaldruck über Assemblagen und Objektkunst bis hin zu Computeranimationen und Installationen reichen. Die Vielfalt der Präsentation macht deutlich, wie sehr Becker analoge und digitale Ausdrucksformen miteinander verbindet.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Montagabend durch die ehrenamtliche Beigeordnete Nathalie Kroj, die in Vertretung von Oberbürgermeister Michael Forster und Kulturbeigeordnetem Raimund Konrad sprach. Sie freute sich, mit Horst Becker einen Künstler aus Homburg vorstellen zu dürfen, und begrüßte die Gäste, zu denen neben zahlreichen Kunstinteressierten auch weitere regionale Künstlerinnen und Künstler sowie Kreisbeigeordneter Markus Schaller gehörten. In ihren Worten ermutigte sie die Besucher, die Ausstellung mehrfach aufzusuchen, um immer neue Eindrücke zu gewinnen.

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Kuratorin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier stellte in ihrer Rede den Werdegang Beckers vor. Der in Homburg geborene Künstler absolvierte nach seinem Abitur am Saarpfalz-Gymnasium zunächst ein Mathematikstudium in Bochum und Bonn und arbeitete anschließend in der IT-Branche. 1994 entschied er sich für einen neuen Weg und begann ein Studium der Freien Kunst an der Alanus Hochschule in Bonn, das er 1998 als Diplom-Bildhauer abschloss. Seither ist er Mitglied im Kunst-Werk KHB e.V. in Bonn, wo er auch lebt und arbeitet.

Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Françoise Mathis-Sandmaier, die ehrenamtliche Beigeordnete Nathalie Kroj und der Künstler Horst Becker (v. l.) neben seinem Selbstbildnis, bei dem es sich um ein Bild handelt, das Horst Becker mit Stahlnägeln geschaffen hat.
Foto: Jürgen Kruthoff/Stadtverwaltung

Besonders hob Mathis-Sandmaier hervor, dass Becker bereits als Schüler an einer städtischen Ausstellung in Homburg teilgenommen hatte. Nun, rund 30 Jahre nach seiner letzten Präsentation im Saarland, kehrt er mit „ANIMOTION“ zurück. Seine Werke zeichnen sich dadurch aus, dass sie digitale und analoge Techniken verbinden und dabei stets offen für unterschiedliche Deutungen bleiben. Für Becker sei es selbstverständlich, Gedanken in analoge Formen zu übersetzen und sie gleichzeitig durch digitale Möglichkeiten zu erweitern.

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Eindringlich beschrieb die Kuratorin einige Werke der Ausstellung. So besteht das Gesicht des Sumo-Ringers „Akebono“ aus 7.600 Stahlnägeln. Mit ähnlicher Technik entstanden ein Selbstporträt des Künstlers sowie eine „Statue of Liberty“, die als Symbol für Freiheit und Demokratie bewusst in eine unbestimmte Richtung gleitet. Die Verbindung von Material und Aussage wurde bei der Vernissage von den Gästen aufmerksam verfolgt und diskutiert.

Auch die digitalen Arbeiten fanden großes Interesse. Besonders das Werk mit dem sperrigen Titel „UKRN!MN.HRZ.BRCHT.MT.DNN.MRN“ sorgte für Gesprächsstoff. Hinter der Chiffre verbarg sich die Botschaft „Ukraine! Mein Herz bricht mit deinen Mauern“. Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, das Rätsel zu lösen, um eines der ausgestellten Werke zu gewinnen. Kreisbeigeordneter Markus Schaller durfte sich am Ende über eine goldene Figur aus dem 3D-Drucker freuen.

Dr. Mathis-Sandmaier wies darauf hin, dass in Beckers Kunst die virtuelle und die reale Welt immer wieder aufeinanderstoßen und neue Konstellationen bilden. Die Interpretationen blieben bewusst offen. Becker selbst griff diesen Gedanken auf und erklärte, seine Sichtweise sei stets nur ein Vorschlag. Jeder Betrachter bringe eine eigene Deutung mit, die für ihn genauso wichtig sei wie die ursprüngliche Idee. Gerade der Austausch darüber interessiere ihn, weshalb er die Gäste einlud, insbesondere an den Wochenenden persönlich mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Eine Arbeit von Horst Becker mit dem Titel 6 Erinnerungsköfferchen
Foto: Jürgen Kruthoff/Stadtverwaltung

Dankbar zeigte sich Horst Becker für die Möglichkeit, in Homburg ausstellen zu dürfen. Er hob die Bedeutung hervor, Kunst öffentlich präsentieren zu können, und bedankte sich besonders bei Dr. Mathis-Sandmaier für die engagierte Kuratierung. Mit einem humorvollen Augenzwinkern sagte er über seine Rückkehr ins Saarland, er sei „stolz wie eine Wutz mit einem Ohr“. Dieser persönliche Moment unterstrich die enge Verbindung des Künstlers zu seiner Heimatstadt.

Die Ausstellung „ANIMOTION“ ist bis zum 5. Oktober in der Galerie im Saalbau Homburg zu sehen. Geöffnet ist mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie jeweils eine Stunde vor Beginn der Konzerte im Rahmen der Internationalen Kammermusiktage. Der Eintritt ist frei, ebenso die Führungen mit dem Künstler, die er an den Wochenenden anbietet. Zusätzlich können individuelle Besichtigungstermine per E-Mail an info@werktreue.de oder über den Instagram-Account @werktreue vereinbart werden.