Quelle: FC 08 Homburg
Anzeige

Ein Freitagabendspiel am Bieberer Berg bedeutet stets ein besonderes Ambiente – volle Ränge, Flutlicht und Emotionen. Der FC 08 Homburg hat sich in dieser Kulisse behauptet und beim 2:2 (1:2) gegen die Kickers Offenbach Moral gezeigt. Zweimal lag die Mannschaft von Trainer Roland Seitz zurück, zweimal kam sie zurück – ein Punkt, der verdient war und Mut macht.

Die Partie begann denkbar schlecht für die Gäste. Bereits in der 7. Minute setzte sich OFC-Flügel Boubacar Barry über links durch, fand Valdrin Mustafa, und der netzte zum 1:0 ein. „Wir sind sehr unglücklich gestartet, das hat uns etwas durcheinandergebracht“, meinte Phillipp Steinhart. Doch der FCH schüttelte den Rückstand schnell ab. Mendler und Jörg verpassten noch knapp, ehe Steinhart selbst aus rund 20 Metern abzog und wuchtig zum 1:1-Ausgleich traf (16.). „Wir haben die erste Halbzeit aus meiner Sicht dominiert und müssen zwei, drei Tore machen. Dass wir dann kurz vor der Pause das 2:1 kassieren, ist brutal“, so der Torschütze.

Homburg blieb bis zur Pause die aktivere Mannschaft, scheiterte jedoch mehrfach an OFC-Keeper Johannes Brinkies. Stattdessen schlugen die Gastgeber kurz vor dem Halbzeitpfiff erneut zu. Nach einer Ecke stieg Dominik Crljenec am höchsten und köpfte zur 2:1-Pausenführung ein (45.+2). „Wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt, aber das Ergebnis zur Pause hat das nicht widergespiegelt“, ärgerte sich Trainer Roland Seitz. Ursache dafür aber einmal mehr das schläfrige Abwehrverhalten. Bei beiden Gegentreffer sieht die Homburger Defensivabteilung nicht gut aus.

Nach Wiederanpfiff drängte Offenbach auf die Vorentscheidung. Mustafa traf aus kurzer Distanz nur die Latte, Gelt parierte stark gegen Staude. „In der zweiten Halbzeit hätte Offenbach den Deckel draufmachen können“, gab Seitz zu. Doch Homburg stemmte sich gegen den Druck – und fand erneut eine Antwort. In der 67. Minute landete der Ball nach einer Standardsituation vor den Füßen von Nico Jörg, der aus 18 Metern sehenswert mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ ins lange Eck traf. „Ich habe mir einfach ein Herz gefasst – und dass er so reingeht, war natürlich mein Plan“, sagte der Schütze mit einem Lächeln.

Anzeige

Das Tor gab den Grün-Weißen neuen Auftrieb. Mendler prüfte Brinkies mit einem Seitfallzieher in seinem 150. Pflichtspiel, Jörg hatte sogar den zweiten Treffer auf dem Fuß. Doch auch Offenbach blieb gefährlich, Barry zwang Steinmetz zu einer Rettungsaktion auf der Linie. In Summe blieb der OFC im zweiten Abschnitt die aktivere Mannschaft, zeigte sich spielbestimmend. Der FCH hingegen verteidigte den Punkt mit Kampf und Leidenschaft.

Am Ende blieb es beim 2:2 – ein Ergebnis, das für beide Seiten in Ordnung ging. „Wir haben heute Moral bewiesen. Nach dem Walldorf-Spiel war es wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Das ist uns gelungen“, erklärte Seitz. Steinhart sprach von einem „verdienten Punkt, weil wir uns nicht aufgegeben haben“. Jörg sah es ähnlich: „Wir hatten die erste Halbzeit unter Kontrolle und haben uns nach Rückschlägen zurückgekämpft. Das zeigt, dass die Moral stimmt.“

Ein Remis bei den Kickers Offenbach, dazu noch unter Flutlicht, ist für jeden Gegner ein hart erarbeiteter Erfolg. Dass der Punkt mit Blick auf die Tabelle und den Rückstand zur Spitze zu wenig sein mag, gehört in Homburg fast schon zur obligatorischen Kritik dazu. Doch die Art, wie die Mannschaft auftrat, zeigt: Der FCH ist auf dem richtigen Weg – muss dies aber in den kommenden Spielen auch bestätigen. Am kommenden Samstag wartet mit dem TSV Steinbach Haiger der nächste Prüfstein im Waldstadion.

Anzeige