Mehr als 45.700 Haushalte in Saarbrücken sollen einen kostenlosen Glasfaseranschluss erhalten – den offiziellen Baustart dafür hat die OXG Glasfaser GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Vodafone und Altice, am Donnerstag in der saarländischen Landeshauptstadt vollzogen. Gleichzeitig unterzeichneten das Land und OXG ein Memorandum of Understanding, das den Ausbau weiter vorantreiben soll. Perspektivisch will das Unternehmen auch Völklingen einbeziehen und damit insgesamt mehr als 50.000 Anschlüsse im Saarland schaffen.
Das Vorhaben kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Dynamik beim Glasfaserausbau bundesweit spürbar nachlässt. Deutsche Glasfaser etwa hat angekündigt, den Baustart in zehn Kommunen erneut auf den Prüfstand zu stellen. Wirtschafts- und Digitalminister Jürgen Barke hat deshalb bereits Gespräche mit Netzbetreibern und Kommunen angestoßen, um tragfähige Alternativen zu entwickeln. Vorrang habe der Marktausbau, das Land springe mit Fördermitteln ein, wo es nötig sei. Das Ziel bleibe eine flächendeckende Gigabit-Versorgung im gesamten Saarland.
Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie ordnete den Baustart entsprechend ein: „Unser Anspruch ist nicht Mittelmaß – wir wollen beim Glasfaserausbau zur Spitzengruppe gehören. Dass OXG nun in Saarbrücken und Völklingen investiert, ist ein starkes Signal und ein klares Bekenntnis zu unseren Leitlinien: Ausbau intensivieren, Transparenz schaffen und die Kommunen mitnehmen. So geht Partnerschaft.“ Die Gigabitstrategie des Landes bilde das Fundament, der enge Schulterschluss zwischen Land, Kommunen und Markt sei der Garant für Fortschritt.
Tobias Raab, Dezernent für Wirtschaft, Soziales und Digitalisierung der Landeshauptstadt, sieht in dem Projekt einen konkreten Gewinn für den Alltag der Menschen: „Glasfaser wird immer mehr zur Grundlage dafür, dass Menschen in allen Stadtteilen zuverlässig arbeiten, lernen, kommunizieren und digitale Angebote nutzen können – zu Hause genauso wie im Betrieb.“ Gemeinsam mit OXG und Vodafone bringe man schnelleres Internet dorthin, wo es im Alltag zähle, und stärke damit Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung in Saarbrücken.
Für OXG selbst markiert der Tag gleich einen doppelten Meilenstein. Franziska Christau, Leiterin des Kommunenmanagements, verwies auf die hohe Nachfrage und rief Anwohnerinnen und Anwohner dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen: „Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für Innovation, wirtschaftliches Wachstum und digitale Teilhabe.“ Das Unternehmen investiert bundesweit bis zu sieben Milliarden Euro in sieben Millionen neue Anschlüsse. Allein in Saarbrücken werden dafür mehr als 210 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt – vollständig eigenwirtschaftlich und ohne öffentliche Gelder. In Völklingen sind knapp 6.000 weitere Haushalte eingeplant.
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist das sogenannte Open-Access-Modell. Die entstehende Infrastruktur steht nicht exklusiv einem einzigen Anbieter zur Verfügung, sondern ermöglicht neben Vodafone auch Unternehmen wie 1&1 die Vermarktung eigener Produkte über das Netz. Bestehende Anschlüsse bleiben nutzbar, ein sofortiger Tarifwechsel ist nicht erforderlich. Damit setzt OXG auf Anbieter-Wahlfreiheit statt auf Abhängigkeit von einem einzelnen Vertragspartner.
Bis zur Klärung des weiteren Glasfaserausbaus in anderen Regionen stehen Alternativen bereit: Bereits vorhandene Gigabitnetze sichern vielerorts hohe Bandbreiten, und eine stabile Grundversorgung von 50 Mbit/s ist flächendeckend verfügbar. Unternehmen mit kurzfristigem Bedarf können zudem die Gigabitprämie Plus des Landes in Anspruch nehmen. Einen aktuellen Überblick über den Ausbaustand auf Orts- und Stadtteilebene liefert der kürzlich aktualisierte Gigabitatlas Saarland unter netzkarte.saarland.de.






















